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Gedächtniszeichen und Marterl in Fels am Wagram

  1. Hl. Aloisius-Kapelle 
  2. Paradeiser-Kreuz 
  3. Hartmann-Grabstein in der Kirche 
  4. Hartmann-Gedenkstein 
  5. Hl. Nikolaus-Statue 
  6. Hl. Margaretha-Statue 
  7. Hl. Nepomuk-Statue 
  8. Hagel-Kreuz 
  9. Pickl-Kreuz 
  10. Rettberg-Kreuz 
  11. Hl. Maria-Standbild 
  12. Leonhardi-Kreuz 
  13. Pestgrube-Gedenkstein 
  14. Iglitzen-Kreuz 
  15. Urlauber-Kreuz 
  16. Floriani-Kapelle 
  17. Mitterweg-Kreuz 
  18. Hubertus-Kapelle 
  19. Reibel-Kreuz 
  20. Steinergrund-Kreuz 
  21. Wimmer-Kreuz 
  22. Hammergraben Mitte-Kreuz 
  23. Hammergraben-Zwerigraben-Kreuz 
  24. Scheibner-Kreuz 
  25. Lager-Kreuz 
  26. Drei Nussbäume-Marterl 
  27. Schober-Kreuz 
  28. Flosser-Kreuz 
  29. Eiserne Bruck-Kreuz 
  30. Weinberg-Kreuz 
  31. Kellergasse-Marterl 
  32. Parkstrasse-Marterl 
  33. Hl. Dreifaltigkeit-Säule 
  34. Kapelle-Thürnthal 
  35. Pestgrube-Marterl 
  36. Pöschl-Kreuz 

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Fels, Lagekarte
Fels, Lagekarte

Geschichte der religiösen Kleindenkmäler

Unter religiösen Kleindenkmälern versteht man im allgemeinen Bildstöcke, Pfeilerbildstöcke, Standbilder oder Kapellen(bildstöcke).

Diese Bildstöcke sind an heidnische Traditionen (Kultsäulen an Wegkreuzungen) anknüpfende christliche Andachtsstätten aus Holz oder Stein, wo Kruzifixe, Bilder der Gottesmutter oder von Heiligen aufbewahrt werden.

Hölzerne Bildstöcke haben oft die Form eines überdachten Kreuzes, an dem das Andachtsbild befestigt ist. Gemauerte Bildstöcke sind in der Regel pfeilerartig, mit einem tabernakelförmigen Oberteil (Tabernakelpfeiler), der als Bildnische dient. In der Gotik wurden Bildstöcke mit kunstvollen Steinmetzarbeiten verziert. Barocke Bildstöcke weisen als Bekrönung häufig eine Vesperbild-Gruppe auf. Eine Sonderform des Bildstockes stellen die so genannten Marterln (gr. martyros, "(Blut-)Zeuge"), dar. Sie entstanden im 18./19. Jh. im deutschsprachigen Raum und sind meist mit einer Inschrift versehen, die auf einen Unglücksfall hinweist, bei dem ein Mensch den Tod fand.

Im Zogelsdorfer Steinmetzmuseum findet man folgende Erklärung über die Entwicklung der Pfeilerbildstöcke:

"Ausgehend von dem nach allen Seiten offenen Lichtpfeiler, dessen Ursprung in Frankreich liegt, entwickelt sich in unserem Raum ab dem 15. Jahrhundert der Tabernakelpfeiler. Der zur Aufnahme eines Lichtes dienende Tabernakel ist nicht mehr wie bei den ersten Totenleuchten nach allen Seiten geöffnet. Im 17. Jahrhundert werden die Tabernakelpfeiler zum vorherrschenden Typ der religiösen Kleindenkmäler.

Wichtigstes Merkmal ist in dieser Zeit die Entwicklung von einem offenen Lichtgehäuse zu einer geschlossenen Form (Vollkubus). Es entstehen Flachnischen, die mit Reliefs und auch Malerei geschmückt werden. Um 1600 taucht am Tabernakel erstmals der Rundbogen auf und ersetzt als Abschluss des Reliefs den Spitzbogen bzw. den geraden Abschluss. Häufig treten Mischformen auf, wobei die Rundbogennischen von einem eckigen Rahmen eingeschlossen wird.

Unteres (Kragenplatte) und oberes Tabernakelgesimse (Dachplatte) werden bei den jüngeren Formen vorkragender und profilierter. Die Fassung d.h. die Brechung der Kanten des Schaftes, die bei den älteren Formen fast immer festzustellen ist, ist bei den späteren Tabernakelpfeiler nicht mehr so häufig. Vor allem ab der Mitte d. 17. Jahrhunderts finden sich am Schaft auch manche Reliefs ornamentaler oder figuraler Art.

Ab dem Frühbarock überschreitet der Tabernakelpfeiler in der Beliebtheit seinen Höhepunkt und wird von den figuralen Freiplastiken (Figurensäule, figuraler Bildstock) allmählich abgelöst."

Vorkommen der Kleindenkmäler

Kleindenkmäler findet man sowohl im Siedlungsland als auch im Ortsgebiet, den Großteil jedoch auf weiter Flur. Meist stehen diese Pfeilerbildstöcke, Holzkreuze oder Eisenkreuze an Weggabelungen oder Wegkreuzungen.

Dies kann man am Beispiel eines alten Handelswegs sehen, der von der Donau durch das Gebiet von Fels bis nach Böhmen und Mähren führte. Entlang dieses im 11. Jhdt. urkundlich erwähnten Handelsweges lagen im Gemeindegebiet von Fels insgesamt vier Flurdenkmäler.

Dazu gehörten das "Karl-Kreuz" (heute "Reiter-Marterl") in der Flur "Karl" bei der Wegkreuzung Steinweg und Haftnerweg, das "Pestkreuz" (nicht mehr vorhanden) beim Sportplatzgebäude, das "Urlauber-Kreuz" gegenüber dem Haus Flugplatzstraße Hausnummer 2 und ein Kreuz (nicht mehr vorhanden) am Standort der "Floriani-Kapelle".

Der als "Rittsteig" oder auch "Salzstraße" bezeichnete Weg querte beim "Urlauber-Kreuz" die alte Kremser- oder sogenannte "Loyserstraße". Folgte man dem "Rittsteig" Richtung Norden durch den "Dornergraben" (in der Passauischen Grenzbeschreibung vom Jahre 1708 als "Lodergraben" bezeichnet), so kam man in das Gemeindegebiet von Gösing. Hier war der Weg als "Böhmstraße" bekannt. Er führte am "Holzer-Kreuz" vorbei Richtung Stettenhof, wo man den Weg "Fischsteig" nannte, in Richtung Zemling und Eggendorf am Walde.

Auf Grund von Nachforschungen konnte festgestellt werden, dass auf einer Wegstrecke von 10 km beginnend vom "Karl-Kreuz" in Fels bis nach Zemling in Sichtweite oder neben dem Handelsweg damals insgesamt 15 Kleindenkmäler standen.

Material der Pfeilerbildstöcke

Meist sind die aus Stein gehauenen Pfeilerbildstöcke älter als die aus Ziegel gemauerten Kapellenbildstöcke.

Als Werkstoff für die ältesten Bildstöcke wurde hauptsächlich Zogelsdorfer Kalksandstein verwendet. Dies vor allem deshalb, da diese Steinmetzwerkstätten in naher Umgebung, in Eggenburg, lagen.

Die Verwendung des gleichen Werkstoffes und die Herstellung durch denselben Betrieb erzeugte naturgemäß eine gewisse Uniformität der Bildstöcke.

Die Breitpfeiler- und Kapellenbildstöcke wurden meist aus Ziegeln gefertigt. Die Tabernakelbildstöcke des Barock sind durchwegs aus Ziegeln gemauert und verputzt. Die Kreuze wurden aus Eisen geschmiedet.

Meistens sieht man einfache Stabkreuze oder Doppelkreuze; ab und zu findet man auch ein mit prächtigem Rankenwerk verziertes Barockkreuz. Für Türen und Fenstergitter wurde ebenfalls Eisen verwendet.

1 - Hl. Aloisius-Kapelle, 1896

Fels, Hl. Aloisius-Kapelle
Fels, Hl. Aloisius-Kapelle im Juni 2016

Geschichte

In der Josefinischen Landesaufnahme von 1773 war an dieser Stelle ein Kreuz eingezeichnet. Bei dieser Kapelle wurde bei Begräbnissen der von Thürnthal kommende Leichenzug vom Pfarrer samt Ministranten erwartet. Die Leichenträger wurden gewechselt und nach einer Einsegnung ging es weiter in die Kirche bzw. in den Friedhof. Auch bei Bittgängen nach Thürnthal  und bei Marienwallfahrten nach Kirchberg wurde hier Halt gemacht. In der Kapelle befindet sich eine Statue des Hl. Aloisius.

Am 8. März 1961 wurde die in der Kapelle aufbewahrte Statue des Hl. Aloisius samt Engel und Leuchtern aus Holz im Wert von ca. 40.000 Schilling gestohlen. Herr Alois Paradeiser spendete als Ersatz eine Hl. Aloisius Statue im Wert von 500 Schilling, und nach Wiederauffindung und Rückgabe der gestohlenen Gegenstände am 25.6.1961 wurden diese im Pfarrhof untergebracht. 

Renovierung der Kapelle im Auftrag der Marktgemeinde und Einweihung am 19. Juni 2016 durch Pfarrer Mag. Jan Jagodzinski.

Bezeichnung: Kapelle  Typ: Feldkapelle  Standort: Straße nach Thürnthal, früher Weggabelung Thürnthal und Kollersdorf, ehemalige "Ochsenstraße" WGS84: 15,83011 / 48,43487  Flurname: An der Ochsenstraße  Parzelle: 3413/2  Material: Ziegelbau

2 - Paradeiser-Kreuz, 1959

Fels, Paradeiser Kreuz
Fels, Paradeiser Kreuz

Beschreibung

Holzkreuz mit gusseisernem Christus und Tafel mit I.N.R.I. auf einem mit Natursteinen gemauerten Sockel und Gedenktafel sowie einer Überdachung.

Geschichte

Am 18.5.1959 ist an dieser Stelle Karl Paradeiser im 21. Lebensjahr mit dem Motorrad tödlich verunglückt. Zum Andenken daran wurde an der Unglückstelle von seinen Eltern dieses Kreuz gesetzt.

Die Inschrift auf der Tafel lautet: "Zum Gedenken an unseren lieben unvergesslichen Sohn Karl Paradeiser der hier am 18.5.1959 tödlich verunglückte."

Bezeichnung: Gedenkkreuz  Typ: Holzkreuz, Kasten oder Brettkreuz  
Standort: Wienerstraße, gegenüber vom Haus Nr. 60 WGS84: 15,82872 / 48,43507 Flurname: Ortsried   Material: Holz und Natursteine

 

3 - Hartmann-Grabstein in der Kirche von Fels, 1712

Beschreibung

In der Kirche befindet sich beim Eingang ein Grabstein mit einer Inschrift.

Inschrift

Übersetzung von Herrn Dechant Morgenbesser, überarbeitet von Prof. Gottfried Mayer:

Godefridus Hartman Ph: Mag.

Th: Baccal: Praefvit Paroeciae

Felsensi, )( Feverspr. 50 ANNIS

Deiparae in honorem erexit
Sacellvm hoc vivvs. vt sibi 
Mortvo foret asylvm.

Aet: 78. sacerd: 55 ann:cvrsv
Emenso MDCCXII M: Feb: Die 21
Fato cessit.

Conditvs hac Turri, inter Lethi
Soporem vigil excvbias agit
Vt tua provocet ad amorem
Viscera, te ad officia pietatis 
Haec qvis qvis Viator ades
Praesta et vale. 

Gottfried (Godefridus)Hartmann:

Magister der Philosophie und Baccalaureus der Theologie.

Er stand der Pfarre Fels und Feuersbrunn 50 Jahre vor.

Zu Ehren der Gottesmutter hat er zu Lebzeiten
diese Kapelle  errichtet, damit sie für ihn selbst,
 wenn er gestorben ist, eine Ruhestätte werde.

Nach einem zurückgelegtem Lauf von 78 Lebensjahren
und 55 Priesterjahren wich er dem Schicksal
am 21. Februar 1712

Er ist unter diesem Turm begraben.
Er hält treulich Wache im Schlaf des Todes, 
damit er deiner Kinder zur Liebe und dich zu Werken
der Frömmigkeit aneifert.
Wer du auch immer bist Wanderer
erfülle das und lebe wohl.

 

 

4 - Hartmann-Gedenkstein

Beschreibung

Länglicher Quaderstein mit der Jahreszahl 1697, und den eingemeißelten Buchstaben G.H.P.F.F.

Geschichte

Beim Durchlesen der Pfarrmatriken fiel auf, dass am Anfang der Bücher "TOM I" ab Mai 1662 und "TOM II" ab Jänner 1686 in der Einleitung die Formulierung " Godfridum Hartmann Parochym (Pfarrer) in Feuersbrunn, Vicar in Fels" steht. Es ist daher anzunehmen, dass der längliche Quaderstein, der bei den Abbrucharbeiten der alten Kirche 1962 vorgefunden wurde und jetzt an der Vorderseite der Kirche neben dem Altar angebracht ist an Hartmann erinnern soll. Die eingemeißelten Buchstaben "G.H.P.F.F." bedeuten wohl "Godfridum Hartmann Pfarrer Feuersbrunn und Fels".

Der Architekt berichtet über den Fund beim Abbruch wie folgt:

"Bei den Abtragungsarbeiten fand sich in der Außenmauer des nördlichen Seitenschiffs ein länglicher Quaderstein mit der Jahreszahl 1697 und der Inschrift "GHPFFr"; außerdem befanden sich mehrere leiterartige Zeichen eingraviert. Der Stein war in situ so gelagert, dass die Schrift nach oben stand. Darüber befand sich ein kleiner Hohlraum, der durch eine Steinplatte abgedeckt war und eine kleine Gedenkmünze enthielt. Dieser Gedenkstein aus der Zeit des barocken Wiederaufbaus der Kirche wurde über dem Grundstein der neuen Kirche [zwischen Kanzel und Seitenaltar] eingemauert."

Aus der Inschrift der Grabplatte (nördlicher Seiteneingang der Kirche), die von Dechant Morgenbesser aus Kirchberg am Wagram übersetzt und von Hr. Prof. Gottfried Mayer  überarbeitet wurde sowie aus den Pfarrmatriken geht hervor:

Hartmann wurde um 1634, zur Zeit des 30 jährigen Krieges, geboren. Die Pfarrmatrik Fels beginnt Anfang Mai 1662 mit dem Buch "TOM I". Am Beginn der Pfarrmatriken von Feuersbrunn von 1655 steht "aufgerichtet von Gottfridi Hartman Phil Magistro und Baccalaurens der Thel. [niederster akademischer Grad] anno 1663". Zu dieser Zeit war er 29 Jahre. Am Beginn von "TOM II" im Jänner 1686 steht abermals "G.H.P.F.F.". Im Jahre 1697 erfolgten Umbauarbeiten an der Kirche, da war Hartman bereits 63 Jahre.

In der Kirchenfassion von Fels im Landesarchiv von St.Pölten befindet sich eine Stiftsbrief-Abschrift, ausgestellt von Johann Georg Gradinger, Pfarr-Vicar in Fels, vom Jahre 1766:

Demnach Herr Gottfried Hartman gewester Pfarr-Vicarius zu Velß, selig Anno 1712, auf eigene Unkosten die allhiesige Pfarr-Kirche ad. Hl. Margaretham erweitert, und renoviert, und davon ein ewiges Requiem, oder Seelenamt, wovon dem Hr. Vicario 1 fl. 30 xr. und dem Schulmaister 30 xr. bezahlet wird, sich Stiftungsweise vorbehalten. Alß ist diese pia Causa nicht allein in Tabella Aniversariorum ordentlich fürgemerket, sondern auch damit die löbliche Intention des Herrn Stüfters desto sicherer, und zu ewigen Zeiten ununterbrochen erfüllet, und mit deren respective ausgemessenen 2 fl. einen jeweiligen Herrn Pfarr-Vicario und Schulmeister aus deren Kirchen Mitteln bezahlet werden, nunmehro pia perpetua Rei Memoria gegenwärtigen respective Stüft-Brief unter unseren Endesunterschriebenen alß dermaligen Kirchen-Vorsteher Fertigung errichtet worden.

Actum, Velß den 1. Jänner 1766.

Johann Georg Gradinger Pfarr-Vicar.           Anthony Schuch, Oberkirchenvater.
                                            
                     Leopold Berger, Kirchenvater.

Hartmann starb am 12. Februar 1712 im 78. Lebensjahr. 55 Jahre seines Lebens war er Priester, Baccalaureus. Aufgrund des auf der Grabplatte angebrachten Wappens - eines Bügelhelms - ist zu schließen, dass Hartman adeliger Herkunft war. Denn der Bügelhelm im Wappen war dem Adel vorbehalten.

5 - Heiliger Nikolaus Statue, 2006

Bezeichnung: Hl. Nikolaus  Typ: Standbild  Standort: Wienerstraße an der Wand beim Pfarrhof  WGS84: 15,82581 / 48,43629
Flurname: Ortsried Parzelle: 3495/2  Material: Stein

Fels, Heiliger Nikolaus
Fels, Heiliger Nikolaus

Herr Ludwig Leuthner erklärt in seiner Ansprache vom 10. Dezember 2006 den historischen Hintergrund der Statue und den Bezug zu Fels.

"Meine Damen und Herren!

In der nun folgenden Rede möchte ich eine kurze Beschreibung des Heiligen Nikolaus geben und den historischen Zusammenhang zu unserer Pfarrkirche sowie zum Gemeindewappen herstellen.

Der Hl. Nikolaus wurde um das Jahr 270 n. Chr. in Lykien geboren und starb um 340 n.Ch. als Bischof von Myra (heute Demre in der Türkei).
Mit ein Grund für die so große Beliebtheit des Heiligen sind vor allem die zahlreichen Patronate die da sind:
Schiffer, Fischer, Bäcker, Apotheker, Schüler, Advokaten, Wirte und vieler anderer.
Jedem Heiligen sind Erkennungszeichen, sogenannte Attribute zugewiesen. Die Attribute des hl. Nikolaus sind ein Buch mit drei goldenen Kugeln, Schiff und Anker.

Nun meine Damen und Herren!
Wer kennt nicht das Felser Wappen? Es zeigt unter anderem einen Fischer in seinem Boot und eine Kapelle auf einem Felsen. Diese Kapelle wurde Sankt Nikolai-Kapelle genannt. Aber alles schön der Reihe nach.

Wie manche von Ihnen wissen wurde die alte Kirche in Fels im Jahre 1962 wegen Baufälligkeit abgerissen. Vielleicht weiß der eine oder andere noch, dass an der Nordseite der Kirche, ungefähr an der Stelle wo sich heute die Taufkapelle befindet, ein Zubau, die sogenannte Nikolai-Kapelle stand.

Über diese Kapelle finden sich auch Hinweise in den Kirchenrechnungen der Pfarre Fels.
So ist in der Kirchenrechnung aus dem Jahre 1651 vermerkt: "Dach über die Kapelle aufsetzen lassen."
In der Rechnung vom 18. Juni 1742 findet man den Vermerk: "Beisetzung des Guttäters Jos. Friedrich Frauendorfer aus Wien in der St. Nicolai-Kapelle" und im Jahre 1757 heißt es: "Sitz und Stuhl beim St. Nikolai-Altar."

Auch im Diözesan-Archiv in Wien fand ich Berichte aus dem Jahre 1781 und 1783 über die Kapelle.

Der damalige Pfarrvikar Franz Xaver Reinelt schreibt am 7. September 1781:

Es befindet sich auch bei der Kirche zu Fels eine Kapelle Hl. Nikolai genannt, es wurde daher jährlich am Fest des Hl. Nikolaus in oft benannter Kapelle ein gesungenes Amt gehalten, welches die Untertanen bezahlen mussten.

1783 wollte Graf Engl vom Pfarrvikar Reinelt näheres wissen über die Stiftungen der Grundstücke die zur St. Nikolai gehörten.

Und das hört sich dann so an:

... aus Mangel der schriftlichen Documente anderst nichts neu berichten, als was von alt glaubwürdigen Männern erzählt wird, die St. Nikolai Kapell ist muthmasslich, von mehr 100 Jahren, ganz allein gestanden und ehmals fast anselbe das Gottshaus angebaut worden. Die Kapelle hat in der Länge 2, in der Breite 1 ½ Klafter, (ca. 10 m²) darinnen befindet sich ein Altarl dem Hl. Nikolaus gewidmet, ...

Soweit die Quellen zur Nikolai-Kapelle.

Das Bauwerk selbst ist verschwunden, jedoch lebt es symbolisch weiter im Felser Wappen. Wie es dazu kam hören Sie nun.

Im Jahre 1905 musste die Gemeinde Fels eine Stellungsnahme über das althergebrachte Wappen an die Statthalterei in Wien abgeben. Damals wurde folgendes berichtet.

Heraldische Beschreibung des Wappens der Gemeinde Fels am Wagram.

Der Ort Fels am Wagram wurde als Fischerniederlassung gegründet, dies beweist unter anderen ein seit undenklichen Zeiten in Gebrauch befindliches Insiegel der Gemeinde. Das Wappen der Gemeinde Fels am Wagram weist unter blauen Firmament einen grauen Felsen auf, an welchen zwei Eisenringe befestigt sind, am Fuße des Felsens sind Stromwellen dargestellt, auf welchen zwei nur zum Teil sichtbare Kähne, die mit Seilen an den Eisenringen befestigt sind, liegen. In dem einen Kahn steht ein Fischer, die Daube zum Gebrauche bereithaltend. Auf dem Felsen ist eine Kapelle sichtbar, denn tatsächlich besteht noch heute als Anbau an die Pfarrkirche in Fels, diese einst St. Nicolaus geweihte kleine Kapelle welche bestand bevor die Kirche erbaut wurde. Der Grüne Platz neben dem Felsen weist auf die Fruchtbarkeit der Umgebung desselben hin, der mit Trauben behangene Weinstock auf dem grünen Platz rechts vom Felsen, versinnbildlicht den seit Jahrhunderten von den Bewohnern der Gemeinde Fels am Wagram betriebenen intensiven Weinbau.
Fels den 23. Mai 1906

Das war also der Bericht der Gemeinde mit der Erwähnung der Nikolai-Kapelle.

Meine Damen und Herren!
Die Verbindung des heiligen Nikolaus sowohl mit der Nikolai-Kapelle als auch der Darstellung der Kapelle im Gemeindewappen ist also historisch belegt. Nach eingehender Diskussion hat sich der Pfarrgemeinderat deshalb entschlossen zur Erinnerung die Statue des hl. Nikolaus hier aufzustellen.

...

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit."

Die Einweihung dieser Statue erfolgte am 10.12.2006 durch den Weihbischof Mag. Dr. Franz Scharl.

Fels, Einweihung Heiliger Nikolaus
Fels, Einweihung Heiliger Nikolaus

6 - Heilige Margaretha Statue, 1959

Fels, Hl. Maragaretha Standbild
Fels, Heilige Margaretha

Bezeichnung

Hl. Margaretha, 20. Juli.

Patronate: Bauern, Hirten, Frauen und Mädchen, Fruchtbarkeit.

Attribute: Mit einem Drachen, den sie mit einem Kreuzstab besiegt, mit Palme (Märtyrerpalme) und Krone.

Geschichte

Diese Statue wurde unter Hr. Pfarrer Karl Vock errichtet. Die Mittel dazu wurden durch zwei Sammlungen aufgebracht, wobei die erste Sammlung den Betrag von 11.000,- Schilling ergab.

Die Gesamtkosten für die Errichtung der Statue betrugen 16.000,- Schilling.

Am 25.10.1959 wurde die von Steinmetz Werner Marinko aus Radlbrunn geschaffene Margaretha-Statue eingeweiht. Im Jahre 2008 wurde die Statue restauriert von Steinmetzmeister Hauenschild aus Langenlois und am 4.10.2008 eingeweiht.

Bezeichnung: Hl. Margaretha Typ: Standbild Standort: Wienerstraße an der Böschung vor dem Pfarrhof  WGS84: 15,82553 / 48,43624 Flurname: Ortsried  Parzelle: 3495/2 Material: Stein

7 - Heiliger Nepomuk Statue, 1725

Geschichte

Die Errichtung dürfte auf eine herrschaftliche Anschaffung zurückgehen. Die mögliche Errichtung durch den Besitzer der Herrschaft Fels, Graf Engl, liegt zwischen 1725 und 1729.

In der Josephinischen Landesaufnahme aus 1773 ist das Standbild eingetragen. Damaliger Standort war bei der Mühle in Anzenthal (Koschier-Mühle) Wiener Straße 74, neben dem Mühlbach, wo heute die Tafel "Parkstraße" steht. An diesem Standort blieb die Statue bis zum Jahre 1938.

Um diese Zeit gab es Ortsbewohner, die den Hl. Johannes mutwillig vom Sockel warfen und den abgebrochenen Kopf versteckten, sodass er bis heute verschwunden ist. Der Sockel blieb bis 1973 dort liegen und der Korpus war verschwunden. Es stellte sich heraus, dass die Familie Subal (Schloßstraße Nr. 10) den Korpus ohne Kopf in ihrer Scheune über die Kriegszeit verwahrt hatte. Wie der Korpus dorthin gelangte, bleibt ein Rätsel.

Auf Beschluss des Gemeinderats von Fels am 9.7.1973 wurde die Statue restauriert, wobei der Kopf erneuert werden musste. Die Kosten beliefen sich auf 30.000,-Schilling. Das Landesamt für Kultur und das Bundesdenkmalamt bezahlten je 10.000,-Schilling; Bürgermeister Ing. Josef Grill und Hr. Alois Autterit je 5.000,-Schilling. Die Einweihung erfolgte am 15.12.1974.

Der Hl. Johannes Nepomuk ist der Schutzpatron der Müller, Schiffer, Priester, Beichtväter und gilt auch als Brückenheiliger.

Johannes Welfin oder Wolffin wurde zwischen 1340 und 1350 in Pomuk bei Pilsen geboren. 

Der Hl. Johannes von Nepomuk war Generalvikar von Prag und Beichtvater der Königin. Als er trotz grausamer Folter das Beichtgeheimnis wahrte, wurde er durch die Straßen und Gassen der Stadt zur Moldau geschleppt und dort, die Hände auf den Rücken gebunden, die Füße mit dem Kopf wie ein Rad verknüpft und den Mund mit einem Holzpflock auseinandergespreizt, von der Prager Brücke hinabgestürzt und ertränkt. Dies geschah in der Nacht zum 20. März 1393 auf Befehl König Wenzels des IV. 

Als man im Jahre 1719 im Prager Veitsdom den Sarkophag öffnete, war seine Zunge unverwest. Am 31.5.1721 erfolgte die Seligsprechung. Ab diesen Zeitpunkt wurden an vielen Brücken Johannesstatuen errichtet.

Am 19.3.1729 wurde Johannes von Nepomuk, oder Jan von Pomuk heiliggesprochen, und sein Fest auf den 16. Mai festgesetzt.

Alle Johannesstatuen sind Nachbildungen des 1693 auf der Prager Karlsbrücke aufgestellten Standbildes.

In Niederösterreich gibt es über 320 solcher Johannesstatuen. Ein Prospekt des Steinmetzhauses-Museums Zogelsdorf führt sogar 629 Statuen an.

Diese Statuen stammen, mit Ausnahme jener des südlichsten Wiener Beckens, alle aus den Steinbrüchen von Zogelsdorf. Sie wurden von den Steinbildhauern in Eggenburg fast fabriksmäßig erzeugt.

Einer der Transportwege dieser Statuen führte von Zogelsdorf über Maissau, dann entlang der "Salzstraße" vorbei an den Ortschaften Eggendorf, Ronthal, Stettenhof, Gösing, Fels nach St. Johann. Eine Verladung der behauenen Kalksteine in St. Johann für den Weitertransport auf dem Wasserweg lässt sich ab dem Jahre 1708 belegen. Auf diesem Weg wurden nachweislich auch Teile der Dreifaltigkeitssäule, die in Baden 1714 bis 1718 errichtet wurde, transportiert. So gelangten auch Statuen und Bildstöcke aus Kalkstein in unser Gebiet.

Bezeichnung: Hl. Johannes Nepomuk    Typ: Standbild, freistehende Skulptur    Standort: Wienerstraße im Park vor den Häusern der Fam. Autterit Alois und Zahrl Friederike   WGS84: 15,82256 / 48,43658 Flurname: Ortsraum  Parzelle: 3494    Material: Kalksandstein

 

Fels, Heiliger Nepomuk
Fels, Heiliger Nepomuk

8 - Hagel-Kreuz, 1953

Fels, Hagel-Kreuz
Fels, Hagel-Kreuz

Beschreibung

Natursteinsockel und darauf ein Holzkreuz mit holzgeschnitztem Christus, und I.N.R.I.-Tafel. Überdachung aus Kupferblech. Im Natursteinsockel eine Steintafel mit der Inschrift "Vor Hagel und Ungewitter erlöse uns o Herr - 27.7.1953." Diese Steintafel wurde von der Firma Zuzi aus Els zur Verfügung gestellt. Früher stand an dieser Stelle ein Holzkreuz.

Geschichte

Ursache der Errichtung war ein großes Hagelunwetter am 27.7.1953 im Gebiet zwischen Hadersdorf und Königsbrunn. Vom Tiroler Holzschnitzer Maroder aus Mayerhofen im Zillertal wurde die Christusfigur geschaffen. Die Kosten von 3.000,- Schilling wurden durch Spenden aufgebracht. Die Einweihung des Kreuzes nahm der Studienpräfekt aus Seitenstetten, Hans Schwendemann, vor.

Bezeichnung: Hagel-Kreuz, früher Kegler-Kreuz  Typ: Holzkreuz, Kasten oder Brettkreuz  Parzelle: .400 Standort: Kreuzung Bahnstrasse/Kogelstrasse
 WGS84: 15,81856 / 48,43583 

9 - Pickl-Kreuz, 1829

Fels, Pickl-Kreuz
Fels, Pickl-Kreuz

Beschreibung

Quadratischer Schaft mit abgefassten Kanten, Kragenplatte, Tabernakel, Dachplatte, Helm mit Steinkreuz. Die Seiten des vollen Tabernakels  weisen Reliefs auf. Eine Seite zeigt Christus am Kreuz, die zweite Maria mit dem Kind, die dritte die Dreifaltigkeit in Gnadenstuhldarstellung, die vierte ein Vesperbild Maria mit dem Leichnam Christi am Schoß. Auf der Rückseite (Südseite) ist eingemeißelt: "Franz Spannagl in Feltz 1829".

Geschichte

Dieser Bildstock stammt aber zweifellos aus früherer Zeit und stand  vielleicht auch woanders. Die Erfüllung eines Gelübdes kann der Grund für die Aufstellung oder Restaurierung sein.

In der Pfarrmatrik von Fels ist zu lesen:

Am 27.1.1829 - in Fels Nr. 104 (Obere Marktstraße 50). Franz Spannagl, Söhnlein des Franz Spannagl Hauers, und der Theresia dessen Weib geb. Birghofer, mit 14 Wochen an Lungenentzündung gestorben, begraben am 29. Jänner.

Zu diesem Bildstock ging man an den Bittagen, Mittwoch vor Christi Himmelfahrt.

Der Bildstock wurde 1960 vom Steinmetz Werner Marinko renoviert.

Bezeichnung: Pickl-Kreuz, früher Spannagl-Kreuz  Typ: Pfeilerbildstock  Standort: Kreuzung, Bahnstraße/Wagramstraße  WGS84: 15,82198 / 48,43052  Flurname: Ortsraum  Parzelle: 4405/2 - Weg  Material: Kalksandstein

10 - Rettberg-Kreuz, 1862

Fels, Kreuz in der Mauer
Fels, Rettberg-Kreuz in der Mauer

Beschreibung

Eisernes Kreuz mit gusseisernem Christus, an der Mauer angebracht.

Geschichte

Im Felser Friedhof (Heldengrab) gibt es einen Grabstein mit folgender Inschrift:

"Freiherr Karl von Rettenberg Ober-Leutnant im Kais. Öst. Traun-Ulanen - Regiment geb.11. Jänner 1837 - gest. 22.3.1862."

Nach mündlicher Überlieferung der Urgroßmutter (geb. 1847) von Hr. Franz Wagner, Sportplatzstraße Nr. 26, trug sich folgendes zu: "Als das Traun-Ulanen-Regiment (Reitertruppe, um diese Zeit noch Lanzenreiter) durch Fels zog, vermutlich bei einem Manöverritt, stürzte der Offizier Karl von Rettberg in der heutigen Kremserstraße vom Pferd." Das an der Mauer in besagter Straße angebrachte Kreuz erinnert noch heute an seinen Todessturz.

Im Pfarrgedenkbuch ist vermerkt:

"Am 22.3.1862 ist der k.k. Ulanen-Oberleutnant Karl Freiherr von Rettberg Evang. Augsburger Confession, hier verstorben und am oberen Ende des Friedhofs in der Ecke links, in einem Grabgewölbe beigesetzt worden." (Dies ist heute das Grab der Familie Wagner.)

Im Mai 2000 wurde das Kreuz vom Kameradschaftsbund Fels am Wagram renoviert, und eine Messingtafel mit folgender Inschrift angebracht:

"An dieser Stelle stürzte der 25 jährige k.k. Oberleutnant im Freiwilligen Ulanen Regiment Graf Traun, Karl Freiherr von Rettberg am 22.3.1862 tödlich vom Pferd."

Bezeichnung: Kreuz in der Mauer Typ: Eisenkreuz mit gußeisernem Christus  Standort: Kremserstraße an der Mauer vom Haus der Familie Dipl. Ing. Schuh  WGS84: 15,81819 / 48,43921 Flurname: Ortsraum   Parzelle: 3420-Straße  Material: Eisen

11 - Mariensäule, 1978

Fels, Mariensäule
Fels, Mariensäule

Beschreibung

Eine quadratische Sandsteinsäule mit quadratischer Basis und quadratischem Sockel. Auf der Säule eine Maria Immaculata ("Unbefleckte Empfängnis"), betend auf der Weltkugel stehend, die Schlange zertretend. Unterhalb die Jahreszahl 1978, das Jahr der Errichtung und Einweihung.

Im Dehio 1990, Seite 215  steht zu lesen: "Maria Immaculata - Säule 1. H. 19. Jh., rest. 1979, auf neuem Sockel."

Geschichte

Zur Zeit der Josephinischen  Fassion 1787 war an dieser Stelle ein Weingartl, 1824 Franziszeischen Fassion-Gemeinde Fels, 1889 - Viehhirtenhaus, 1917 - Aichinger Josefa und in späterer Folge Frauenhofer Karl, Kratochwil Adolf und Rosa.

Am 18.10.1973 wurde im Gemeinderat beschlossen, das Kratochwil-Haus in der Obere Marktstraße anzukaufen.

Der Gemeinderatsbeschluss über die Platzgestaltung "Obere Marktstraße" erfolgte am 14.7.1977.

Und am 7.8.1978 beschloss der Gemeinderat den Ankauf einer Sandsteinsäule mit Madonna für die "Obere Marktstraße"  von der Firma Beacco aus Hollabrunn.

Gesamtkosten: 30.000 -Schilling.

10.000,- Schilling von der Gemeinde Fels.

10.000,- Schilling vom Bund und Land.

10.000,- Schilling von der Firma Leo Wagner.

Im Herbst 2004, bei Gestaltung der Oberen Marktstraße, wurde die Säule an einen anderen Platz versetzt.

Bezeichnung: Keine  Typ: Mariensäule  Standort: Obere Marktstraße, gegenüber vom Haus Obere Marktstraße 29  WGS84: 15,81531 / 48,43858 Parzelle: .142  Material: Sandstein

12 - Leonhardi-Marterl, 2006

Fels, Leonhardi-Marterl
Fels, Leonhardi-Marterl

Beschreibung

Waren die Marterl in früheren Zeiten aus Stein, in unserer Gegend meist aus Kalksandstein von Eggenburg oder Zogelsdorf, so ist dieses Werk der heutigen Zeit angepasst und aus Beton hergestellt. Im Tabernakel steht der Hl. Leonhard. Zwei Tafeln mit Inschrift an der Säule.

Geschichte

Seit Jahrhunderten stand an dieser Stelle ein Bildstock, das sogenannte "Karl-Kreuz", das in den Jahren 1939 bis 1945 durch den Bau des Flugplatzes beseitigt wurde. Sämtliche Teile des Bildstockes sind verschwunden. Es war in der Josephinischen Landesaufnahme von 1773 bereits eingetragen. 

Dieser Bildstock war der erste von vier Bildstöcken die auf dem alten Handelsweg von der Donau nach Böhmen und Mähren im Felser Gemeindegebiet lagen. Im Mittelalter "Rittsteig" genannt, und von 1708 bis 1769 als "Salzstraße" bekannt der  von St. Johann, Seebarn über Fels und Gösing weiter nach Böhmen und Mähren führte. 

Der Reit und Fahrverein in Fels am Wagram hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ein in der Ried "Karl" im Jahre 1938 bis 1939 bei Errichtung des Militärflugplatzes beseitigtes Marterl wieder neu zu errichten.

Herr Ing. Schuster, für Planung und Schalung verantwortlich und seine Helfer haben dieses Werk vollbracht, um es dem Schutzpatron der Pferde, dem Hl. Leonhard, zu widmen.

Die zwei Schrifttafeln und das Innere des Tabernakels, der Hl. Leonhard und der Pferdekopf, wurden von Frau Regina Breyer-Schiedt aus Steinzeug gefertigt.

Das auf dem Marterl befindliche Kreuz wurde von der Familie Breyer gespendet.

Schutzkreuze dieser Art tragen die Figur oder das Bild des Heiligen, in diesem Fall des Hl. Leonhard. 

Der Hl. Leonhard ist Schutzpatron der Schlosser, Schmiede, Kupferschmiede, Kunstschmiede, Obsthändler, Vieh und besonders der Pferde. Er wird vielerorts zu den vierzehn Nothelfern gezählt, oder er wird diesen als fünfzehnter Nothelfer hinzugefügt.

Dieser starb am 6. Nov. 559 nach Christi und ist in Österreich ebenso weit verbreitet wie in den anderen deutschsprachigen Gebieten.

Es sind heute hauptsächlich Brauchtumsarten, die mit dem Hl. Leonhard, als Vieh- und Pferdepatron zu tun haben. Die beliebten Leonardifahrten und -ritte am Festtag des Heiligen, dem 6. November, finden zum Teil in Form von prachtvollen Umzügen statt.

Die Segnung des Reitermarterls mit Pferdesegnung erfolgte am Sonntag, dem 2. Oktober 2005 um 14.00 Uhr durch Herrn Pfarrer Jan Jagodinsky.

Bezeichnung: Leonhardi-Marterl  Typ: Pfeilerbildstock  Standort: Im Karl, Wegkreuzung Steinweg-Haftnerweg WGS84: 15,80900 / 48,43231 Flurname: Im Karl  Material: Beton

13 - Pestgrube-Gedenkstein beim Sportplatz, 2003

Fels, Marterl Sportplatz
Fels, Marterl Sportplatz

Am 19.5.2003 setzte die Gemeinde Fels am Wagram ein Zeichen der Pietät. Sie errichtete einen Gedenkstein an der Stelle, wo sich vom Jahre 1631 bis 1938 ein Marterl befunden hatte. Eine kolorierte Zeichnung aus dem Jahre 1895 im N.Ö. Landesarchiv (Chronik von Fels) zeigt noch das zerstörte Marterl.

Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieg regierte Kaiser Ferdinand II. Die Ortsobrigkeit in Fels und Besitzer der Herrschaft war anno 1629 Wolf Christian Stubner. Anno 1631 war Georg Praunsteiner Vicarius in Fels und Pfarrer in Feuersbrunn. Fels hatte zu dieser Zeit 110 Häuser und 16 verschiedene Grundherrschaften hatten Untertanen und Grundholde in Fels. Das erwähnte Marterl (Gedächtniszeichen) stand um diese Zeit außerhalb der Ortschaft.

In der Josephinischen Landesaufnahme von 1764-1787 (eine handgezeichnete und kolorierte Landkarte), ist dieses Marterl bereits eingezeichnet.
Unter "29. Ried-Kirchweg - Fanget an im Winkl und gehet bis in die Ried Karl" ist es verzeichnet.
Außerdem ging zu dieser Zeit der Salzweg vorbei wie in der Josephinischen-Fassion von 1787 zu lesen ist - Topog. Nr. 2322 "Ein Weg die Salzstraß genannt".
Im Jahre 1824 (Franziszeische-Fassion) erhielt der Standort des Marterls eine eigene Parzellennummer: Ried-Kirchenweg Parz. Nr. 3216.

Besitzer dieser Parzelle
1889  Freiherr von Gudenus 35 qkl. Weide
1923  Wagner Franz Fels Nr. 118, 1 ar 26 m² Hutweide

 

Fels, Gedenkstein Sportplatz
Fels, Gedenkstein Sportplatz

Der Gedenkstein ist jener Sockelstein des alten Marterls, der im Zuge von Grabungsarbeiten am 27.8.1998 in der Sportplatzstrasse gefunden wurde. Es ist ein grob behauener Kalksandstein aus Zogelsdorf (Johannesbruch) mit den Maßen 80 cm / 80 cm / 30 cm.

Der Stein trägt eine Tafel, gefertigt von Herrn Alexander Möseler aus St. Johann mit der von Frau Regina Breyer-Schiedt verfassten Inschrift:

Bis 1938 stand in diesem Bereich ein
1631 errichtetes Gedächtniszeichen oder Pestkreuz neben einem Massengrab, Armengrab oder Pestgrube.

Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass an der durch das Marterl gekennzeichneten Stelle eine Pestgrube aus dem 17. Jahrhundert liegt. Denn im Jahre 1629 wütete die Pest in Krems, wobei 210 Tote zu beklagen waren. Zwischen 1630 und 1640 kam die schreckliche Seuche nach Feuersbrunn und Wagram. Daran erinnern ein Pestkreuz in Feuersbrunn mit der Jahreszahl 1636 und ein Pestkreuz in Wagram mit der Jahreszahl 1635. Jede epidemische, schnell auftretende tödliche Krankheit wurde damals als Pest (lat. pestis = Seuche) bezeichnet.

Ausserdem wurden bei neuerlichen Grabungsarbeiten am 27.8.1998 sehr viele Knochen und Totenschädel von Menschen gefunden. Diese wurden von Frau Anna Schuster und den Arbeitern eingesammelt und in der Totenkammer des Friedhofes Fels verwahrt. Am 9.9.1998 wurden sie an der Fundstelle wieder beigesetzt. Bereits im Jahre 1940 war die Totenruhe gestört worden. Bei Grabungsarbeiten im Zusammenhang mit dem ehemaligen Flugplatz waren damals von französischen Kriegsgefangenen eine große Anzahl an Menschenknochen und Totenschädeln gefunden worden.

Bezeichnung: Gedenkstein Sportplatz    Typ: Gedenkstein    Standort: Sportplatzstraße 55, Sportverein  WGS84: 15,81110 / 48,43802
Flurname: Ortsraum    Material: Stein

14 - Iglitzen-Kreuz, 1978

Fels, Iglitzen-Kreuz
Fels, Iglitzen-Kreuz

Beschreibung

Quadratische Sockelplatte, quadratisch abgefasster Schaft, Kragenplatte, Tabernakel, Dachplatte, Helm ohne Kreuz. An der Vorderseite (Ostseite) sieht man im vollen Tabernakel ein Relief Christus am Kreuz.

Am Schaft die Leidenswerkzeuge Christi, Hammer, Zange, Lanze und Schwamm.

An der rechten Seite (Nordseite) ist die Jahreszahl 1831 und die Buchstaben "M + K" eingraviert. Die Säule stammt aber zweifellos aus früherer Zeit, bei der Jahreszahl dürfte es sich um eine Renovierung handeln.

Geschichte

In der Josephinischen Landesaufnahme 1773 ist dieser Bildstock an der Ochsenstraße, der Gemeindegrenze zu Kollersdorf eingetragen. Im Volksmund  wird es "Igerwiesen-" oder "Iglitzenkreuz" genannt. 

Diese Ausdrücke dürften eine Verballhornung der Bezeichnung "Englisches Kreuz" sein. Denn in der Gemeinde Sachsendorf gab es auch die Bezeichnung "Englisches Kreuz".

Die Grafen Engl  von Wagrein waren bis zum Jahr 1840 in Fels Guts- und Schlossbesitzer. Zur Zeit der Maria-Theresianischen Fassion 1750 war der am 25.1.1702 geborene Franz Anton Joseph Paul Graf Engl zuerst Pfarrer  und Dechant von Hadersdorf, und ab 1733 Bischof zu Belgrad und Semendria und später Bischof in dem Bistum Csanad im Komitat Temesvar und Guts- und Schlossbesitzer in Fels.

Die Restaurierung der Sandsteinsäule an der Kollersdorferstraße wurde am 9.7.1973 im Gemeinderat beschlossen. Am 11.11.1977 Beschluss des Gemeinderats wegen Zuschüttung der Oberen Schwemm und Errichtung einer Grünanlage. 1978 erfolgte die Aufstellung und Einweihung des Bildstockes.

Bezeichnung: Keine  Typ: Pfeilerbildstock  Standort: Obere Marktstraße, ehemals Obere Schwemme Früherer Standort: Straße von Fels nach Kollersdorf, (Ochsenstraße) Gemeindegrenze  WGS84: 15,80987 / 48,43960  Parzelle: 3494/1   Flurname: Ortsraum   Material: Kalksandstein

15 - Urlauber-Kreuz, 1600

Fels, Urlauberkreuz
Fels, Urlauberkreuz

Beschreibung

Quadratische Sockelplatte, quadratisch abgefasster Schaft darauf ein Tabernakel, dieser wurde im Jahre 2008 erneuert,  ein nach zwei Seiten offener und von einer Säule gestützten Tabernakel (Figurenhaus). Der Pfeilerbildstock um einige Meter zurückversetzt.

Am Bildstock befindet sich die schwer leserliche Inschrift "160".

Dieser Pfeilerbildstock  ist vermutlich das älteste erhaltene Kleindenkmal von Fels. Im Buch von Franz Hula ist dieser Bildstock unter "Gotik im 15. Jhdt." angeführt. Auf dieser Abbildung ist der Tabernakel nach zwei Seiten offen, und ein sich kreuzendes doppeltes Satteldach mit eisernem Kreuz ist sichtbar.

Geschichte

Kaiser Rudolf II. erließ am 29. Marty 1598 eine Verordnung wonach zur Erinnerung an die Wiedereroberung der Festung Raab "stainern oder andere Kreuz- und Martersäulen an allen Straßen, Plätzen und Wegscheiden inner 2 Monat neu aufgerichtet werden sollen".

Am Pfeiler (Schaft) befindet sich an der Nordseite eine Wappentartsche mit verschiedenartigem Handwerkszeug. Die Vorderseite, an der östlichen Fläche des Schaftes, zeigt, flach erhaben wiedergegeben, ein Pflugmesser (Sech) und eine Pflugschar. Diese Darstellung von Pflugschar und Pflugmesser auf Licht- und Bildstöcken gibt es an acht Exemplare rund um Laa an der Thaya. Die symmetrische Pflugschar ist jener primitive Typus, der in Niederösterreich schon seit der Römerzeit bekannt ist. Dieses Bauerngerät entspricht also ganz demjenigen der Handwerkerzünfte und ist wie dieses auch durchwegs im Flachrelief wiedergegeben. Es ist durchaus möglich, dass das Pflugmesser und Pflugschar auch hier nur als Standessymbol des Kreuz-Stifters anzusehen ist. [Unsere Heimat, 1972, Heft 4]

Zu dieser Zeit stand der Bildstock an der "Kremser-" oder "Loyserstraße" an der Wegkreuzung mit dem schon im 11. Jhdt. urkundlich genannten "Rittsteig", später "Salzstraße" (Fernhandelsweg im Mittelalter).

Der Bildstock am westlichen Ortseingang wird auch als "Urlauberkreuz" (Urlaub = Abschied) bezeichnet. Die Wallfahrer nach Maria Taferl, Krems, Zemling und Maria Dreieichen nahmen Urlaub d. h. sie verabschiedeten sich unter Gebet von ihrem Heimatort, und wurden hier auch wieder empfangen. Nachweislich gab es schon um 1660 Prozessionen nach "Frauen Tafferl" (Maria Taferl). Der Bildstock wurde mehrmals versetzt, daher auch die Beschädigungen im Tabernakelbereich. Bei Errichtung der Straßenbrücke 1938-39 wurde der Bildstock von der rechten Seite der Straße, damals vor dem Haus der Familie Knoll (Schustermeister ), daher der Name "Knolln-Kreuz", heute Kremserstraße 44, an die jetzige Stelle versetzt.

Vom Bundesdenkmalamt 2007 als künstlerisch und kulturell bedeutendes Denkmal eingestuft.

Bezeichnung: "Urlauber-Kreuz", früher "Knolln-Kreuz"
Typ: Pfeilerbildstock    Standort: Weggabelung Flugplatzstraße/Kremserstraße, (früher Kremserstraße-Salzsteig).
 Nach einer Militärkarte um das Jahr 1780 stand dieses Marterl ungefähr dort wo jetzt das Haus Siedlungsstraße Nr. 36 steht
WGS84: 15,81143 / 48,44082 
Flurname: Ortsried    Parzelle: 3472/2-Weg    Material: Kalksandstein

 

16 - Floriani-Kapelle, 1869

Beschreibung

Eine Feldkapelle, an der Vorderseite Eisentür mit Gitter. Am Dach befindet sich ein Doppel- oder erzbischöfliches Kreuz (zwei Querbalken).

Diese Feldkapelle, früher Holzkreuz, steht an einer alten Handelsstraße ("Salzstraße") von der Donau nach Böhmen.

Geschichte

Auf dem Grund der Brüder Rabl in der Ried Hanftal, auf einen Feldspitze zwischen dem Wege nach Gösing und dem Wege in den Dornergraben, stand ein hölzernes Kreuz, welches im Laufe der Zeit vermodert ist. An dieser Stelle liessen die Brüder "zur Erbauung der Vorübergehenden und zu ihrer eigenen Erbauung, weil ihre meisten Grundstücke in dieser Ried lagen", eine kleine Feldkapelle errichten.

Am 4.5.1953 wurde diese Feldkapelle im Auftrag von Herrn Martin und Frau Gerhold (Flugplatzstraße) aus Fels durch den Malermeister Klug aus Kirchberg am Wagram restauriert. Herr Pfarrer Vock stellte die Marienstatue mit der "abgebrochen' Hand" zur Verfügung.

Am 4. Mai, zu Floriani, ging eine Bittprozession mit Feuerwehr und Ortsbevölkerung zur Floriani-Kapelle. Nachher gab es meistens eine Feuerwehrübung.

Im Jahre 1997 wurde diese Feldkapelle abermals restauriert.

Eine Generalsanierung erfolgte im Jahre 2011-12. Dabei wurde das Dach erneuert, die Wände innen und außen wurden verputzt und das Pflaster im Innenraum neu gelegt. Der Künstler MMag. Christian Gmeiner aus Krems malte Motive aus dem Leben des Hl. Florian (Eitempera auf Birkenholz) die im Innenraum angebracht wurden. Die Kapelle – früher rosa gefärbt – wurde außen rot gestrichen.
Die Kosten der Sanierung wurden vom Gemeindearzt Dr. Limberger und der Gemeinde Fels getragen.
Die Einweihung erfolgte im Rahmen eines Festgottesdienstes bei der Kapelle am 26.10.2012 durch Hrn. Pfarrer Jan Jagodzinski.

Bezeichnung: Floriani-Kapelle  Typ: Feldkapelle  Standort: Kreuzung Weinbergstraße mit dem Weg von Fels in den Dornergraben 
WGS84: 15,81283 / 48,44782
Flurname: Hanefthal  Parzelle: 599  Material: Mauerwerk

 

Fels, Floriani-Kapelle
Fels, Floriani-Kapelle

17 - Mitterweg-Kreuz, 1750

Fels, Mitterweg-Kreuz
Fels, Mitterweg-Kreuz

Beschreibung

Ein gemauerter Tabernakelbildstock, Tabernakel nach zwei Seiten offen, errichtet um ca.1750 nach dem mit Rankenwerk verzierten Barockkreuz zu schließen. Am Marterl befindet sich ein "Päpstliches Kreuz" (Eisenkreuz mit drei Querbalken).

 

Geschichte

1773 bei der Josephinischen Landesaufnahme eingetragen. Nach mündlicher Überlieferung soll es sich hier um ein Pestkreuz handeln. Die gleiche Ausführung dieses Marterls steht in der Parkstraße neben dem Wassergraben. 

 

 

 

Bezeichnung: Kreuz im Mitterweg  Typ: Tabernakelbildstock 
WGS84: 15,82052 / 48,44335
Flurname: Erdbrust  Parzelle: 3692
Material: Mauerwerk, gemauerter Bildstock

18 - Hubertus-Kapelle, 1986

Geschichte

Herr Ing. Schuster plante im Auftrag der Felser Jadgesellschaft die Feldkapelle. Diese wurde im Jahre 1986 erbaut und am 19.10.1986 von Herrn Pfarrer Fritz Zimmerl eingeweiht. Das Grundstück auf dem die Kapelle steht gehört der Fam. Autterit Alois und wurde von der Gemeinde Fels auf 100 Jahre gepachtet. Danach geht es samt der Kapelle wieder an den Verpächter zurück.

Bezeichnung: Hubertus-Kapelle  Typ: Feldkapelle
Standort: Riedenthalerstraße WGS84: 15,82620 / 48,44138
Flurname: Erdbrust  Parzelle: 2413, 2414  Material: Mauerwerk

 

Fels, Hubertus-Kapelle
Fels, Hubertus-Kapelle

19 - Reibel-Kreuz, 1636

Fels, Reibel-Kreuz
Fels, Reibel-Kreuz

Beschreibung

Bildstock aus Kalksandstein, quadratischer Schaft mit abgefassten Kanten, Kragenplatte, darauf quadratischer Tabernakel mit 4 Flachnischen, Dachplatte und pyramidenstumpfförmigem Helm mit einem Steinkreuz. Die Seiten des vollen Tabernakels weisen Reliefs aus Kupferblech auf. Eine Seite zeigt die Hl. Margareta, die zweite die Hl. Maria mit Jesuskind die dritte den Hl. Petrus und die vierte die Hl. Dreifaltigkeit in Gnadenstuhldarstellung.

An der Vorderseite des Schaftes ist die Jahreszahl 1636 eingemeißelt. Wahrscheinlich ist dies das Jahr der Errichtung. Unterhalb sieht man ein ca. 5 cm großes Steinmetzzeichen vom Steinmetz, der diesen Bildstock errichtet hat.

Der obere Teil des Schafts  ist zur Hälfte erneuert. Daher kann man die auf der rechten Seite befindliche Inschrift leider nicht mehr vollständig entziffern. Lediglich die Worte "HIER", "GOTT", und "DIES" sind zu erkennen. Weiter unterhalb ist zum Teil das Steinmetzzeichen erkennbar.

An der Rückseite des Schaftes ist eine Kupfertafel mit der Inschrift "In Memorian Alois + Maria Autterit 1967" angebracht.

Geschichte

Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv findet man aus 1708 den Eintrag "... bey des Georg Wisinger Creuz ..."

Es ist anzunehmen, dass es sich hier um das "Reibel-Kreuz" handelt. Bei der noch vorhandenen Inschrift am Kreuz könnte das erste Wort "Georg" bedeuten.

Das 1636 errichtete Marterl steht an der Wegkreuzung der alten Kremserstraße, die im Flurnamenbuch von Ing. Mann auch "Polakenweg" genannt wird, mit dem Weg vom Dorf in das "Weingebürg" (jetzt Riedenthalerstraße). Nach mündlicher Überlieferung soll es sich um ein Pestkreuz handeln. Es gibt jedoch keinen Hinweis auf ein Massengrab. Da es zu diesen Zeitpunkt keine größere Seuche in unseren Gebiet gab, die vorhergehende war um 1586, und die nächste war erst um 1645, könnte dieser Bildstock auch zum 50 jährigen Gedenken an die Pestzeit von 1586 errichtet worden sein. Ein weiteres Motiv der Errichtung könnte ein Gelöbnis oder Dankbarkeit, von der Pest verschont gebliebenen zu sein, sein; "Um Fürbitte um Verschonung gegen die Pestseuche" oder wie es auch hieß "Umb Abwendung der laidigen Pest". Unter Pest verstand man zu dieser Zeit jede epidemische Krankheit, so auch Typhus, Rote Ruhr, Darmerkrankungen, Lungen oder Beulenpest.

In der Josephinischen Landesaufnahme von 1773 ist dieser Bildstock ebenfalls eingetragen.

Der Name "Reibel-Kreuz" könnte von dem Dialektausdruck "Raid" (= Umweg, Kreis) oder "Reibing" (= Kurve) abstammen, weil dieser Bildstock in einer Kurve steht.

Anfang September 2003 wurde das beschädigte Steinkreuz von der Firma Hauenschild aus Langenlois erneuert.

Bezeichnung: Reibel-Kreuz  Typ: Pfeilerbildstock  Standort: Riedenthalerstraße
WGS84: 15,82679 / 48,44240 Flurname: Hinter-Graben  
Parzelle:
 3729/1  Material: Kalksandstein

20 - Steinergrund-Kreuz

Fels, Steinergrund-Kreuz
Fels, Steinergrund-Kreuz

Beschreibung

Ein Holzkreuz mit Überdachung und gußeisernem Christus auf der Betonplatte des Brunnens angeschraubt. I.N.R.I. Tafel aus Blech. Die Überdachung besteht aus Holz.

 

 

Geschichte

Der Errichtungsgrund ist unbekannt.

 

 

 

Bezeichnung: Steinergrund-Kreuz    Typ: Holzkreuz, Dachkreuz
Standort: Steinergrund   WGS84: 15,81801 / 48,45111  
Flurname: Steinergrund Parzelle: 1066/2-Weg    Material: Holz und Blech

 

21 - Wimmer-Kreuz, 1930

Geschichte

An dieser Stelle stand schon ein von Wimmer Karl um 1930 restauriertes und von Pfarrer Hochmeister eingeweihtes Holzkreuz.

1964 war das Kreuz in so schlechtem Zustand, dass Frau Juliane Lustig sich persönlich sehr einsetzte, das Kreuz zu restaurieren.

Spenglermeister Zimmermann aus Fels verrichtete die Spenglerarbeiten und Malermeister Hans Georg Pruhs bemalte den Korpus.

Im Jahre 1964 wurde das restaurierte Kreuz von Herrn Pfarrer Karl Vock eingeweiht.

2006 wurde das Kreuz abermals restauriert. Herr Engelbert Breyer erstellte das Holzkreuz aus Weinviertler Eiche, und der alte Blechkorpus wurde von seiner Frau Regina neu bemalt.

Am 15. Juli 2006 erfolgte die Weihe mit einer Feldmesse durch Hr. Pfarrer Mag. Jan Jagodinsky.

Bezeichnung: Wimmer-Kreuz    Typ: Holzkreuz, Dachkreuz
Standort: Weggabelung Steinergrund/Mitterweg
WGS84: 15,81980 / 48,45908  Flurname: Steinergrund Parzelle: 3465/1-Weg    Material: Holz und Blech, Blechschnittkreuz

 

Fels, Wimmer-Kreuz
Fels, Wimmer-Kreuz

22 - Hammergraben-Mitte-Kreuz

Fels, Hammergraben-Mitte-Kreuz

Beschreibung

Holzkreuz auf Betonsockel mit Holzdach, auf den Blechkorpus gemalte Christusfigur.  

 

 

 

Geschichte

Errichtungsgrund unbekannt. In der Kriegszeit 1945 wurde die auf dem Holzkreuz aufgeschraubte Christusfigur aus Blech mutwillig durchschossen. Deshalb ließ die Familie Paradeiser Rudolf um das Jahr 1988 an Stelle des morschen Holzkreuzes und der verrosteten Christusfigur ein ganz neues errichten.

Am 15.9.2002 bei einer Feldmesse von Pfarrer Reinhold Schleider eingeweiht, der Blech-Corpus-Christi wurde von Fr. Regina Breyer-Schiedt erneuert.

 

Bezeichnung: Hammergraben-Mitte-Kreuz    Typ: Holzkreuz, Dachkreuz
Standort: Hammergraben   WGS84: 15,82549 / 48,45398
Flurname: Hammergraben Parzelle: 3462/1   Material: Holz und Blech, Blechschnittkreuz

 

23 - Hammergraben-Zwerigraben-Kreuz, 1823

Geschichte

Bereits um das Jahr 1823 stand laut Franziszeischer-Fassion an dieser Stelle ein Holzkreuz und wurde von den umliegenden Kellerbesitzern gepflegt.

Am 4.8.2003 wurde das von Frau Regina Breyer-Schiedt neu gestaltete Kreuz durch Herrn Pfarrer Reinhold Schleider eingeweiht.

Bezeichnung: Keine, früher "Regelsberger-Kreuz"    Typ: Holzkreuz 
Standort: Weggabelung Hammergraben-Zwerigraben
WGS84: 15,82610 / 48,45066  Flurname: Hammergraben
Parzelle: 1415    Material: Holz und Blech

 

Fels, Kreuz
Fels, Kreuz

24 - Scheibner-Kreuz, 2005

Marklo-Kreuz

Geschichte

Am Eingang zum Kellergraben Scheiben wurde aus Fassdauben im Mai 2005 ein Kreuz errichtet. Die Initiative zur Errichtung dieses neuen Kreuzes wurde von Herrn Ewald Leuthner und Herrn Ernst Marklo ergriffen. Die Gestaltung des Holzkreuzes wurde von Herrn Bertl Breyer durchgeführt. Dazu wurden die für diese Gegend typischen Materialien verwendet: Bretter von Holzfässern (Fassdauben) und als Sockel ein Stein einer alten Weinpresse.

Das Kreuz trägt die Inschrift: "Was ich gelobt habe halte ich."

Bezeichnung: Scheibner-Kreuz    Typ: Holzkreuz    Standort: Scheibnergraben  WGS84: 15,83082/48,45084  Flurname: Scheiben    
Parzelle:
     Material: Holz

25 - Lager-Kreuz, 1880

Fels, Lager-Kreuz
Fels, Lager-Kreuz

Beschreibung

Breitpfeilerbildstock, oberer Teil kapellenartig, Firstkreuz aus Eisen mit zwei Querbalken (erzbischöfliches Kreuz).

Im Dehio 1990, Seite 215 steht: "Wegkapelle, im N des Ortes, um 1900, mit Blendgiebel und Dreiseitabschluß."

Geschichte

Hr. Schmiedbauer Franz, Fels Nr. 150, heute Untere Marktstraße 14, versprach nach Genesung von seiner schweren Krankheit, im Jahre 1875 ein Marterl zu errichten. Um 1880 löste er sein Versprechen ein und ließ aus Dankbarkeit für die Genesung den Bildstock errichten. Am 7.2.1882  verstarb Hr. Schmiedbauer mit 59 Jahren. Seine hinterlassene Ehefrau Maria heiratete später Lager Josef, daher heute der Name "Lager-Kreuz".

Bezeichnung: Lager-Kreuz  Typ: Breitpfeilerbildstock
Standort: Riedenthalerstraße  WGS84: 15,83005 / 48,44993  Flurname: Scheiben  Parzelle: 3729  Material: Mauerwerk

 

26 - Drei Nussbäume Marterl, 1773

Fels, Drei Nussbäume Marterl
Fels, Drei Nussbäume Marterl

Beschreibung

Quadratische Sockelplatte, quadratischer Schaft mit abgefassten Kanten, Kragenplatte, darauf quadratischer Tabernakel nach 2 Seiten offen, Dachplatte, leicht geschwungener Pyramidenhelm, Kreuz fehlt.

Geschichte

Zur Zeit der Josephinischen Landesaufnahme um 1773 war dieser Bildstock schon eingetragen und stand damals an der Kreuzung der Ottentalerstraße  mit dem Weg  von Fels in den Hammergraben (jetzt Riedenthalerstraße). Ein um ca. 1930 vorhandenes eisernes Kreuz mit zwei Querbalken (erzbischöfliches Kreuz ) fehlt nach einem aus dieser Zeit stammenden Foto.
 Durch einen Beschluss des Gemeinderates vom 2.12.1975 wurde die Renovierung und Wiederaufstellung der spätgot. Steinsäule bei den "3 Nußbäumen" durch die Firma Beacco aus Hollabrunn beantragt.

Bezeichnung: Bei den 3 Nussbäumen  Typ: Pfeilerbildstock
Standort:
 Riedenthalerstraße  WGS84: 15,82672 / 48,44735
Flurname: Erdbrust  Parzelle: 3695  Material: Kalksandstein

28 - Flosser-Kreuz, 1900

Fels, Flosser-Kreuz
Fels, Flosser-Kreuz

Beschreibung

Holzkreuz ohne Sockel mit aufgeschraubtem gusseisernem Christus.

Geschichte

Laut mündlicher Überlieferung soll ein Unfall der Anlass zur Errichtung des Kreuzes gewesen sein. Es wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Das Kreuz wird von der Familie Paradeiser Alfred betreut.

Im Jahre 2005 wurde von Hr. Tischlermeister Engelbert Breyer ein neues Kreuz aus Weinviertler Eiche errichtet.

Im Sockel ist folgendes eingeschnitzt:

        A
        P
      A  A
        E
     2005

Bezeichnung: Floßer-Kreuz  Typ: Holzkreuz 
Standort: Am Beginn des Floßergraben  WGS84: 15,83399 / 48,45302
Flurname: Scheiben  Parzelle: 3458/1  Material: Holz und Eisen

29 - Eiserne-Bruck-Kreuz, 1900

Fels, Eiserne-Brücke-Kreuz
Fels, Eiserne-Brücke-Kreuz

Beschreibung

Ein Betonsockel  mit einer Eisenschiene, und darauf ein Holzkreuz mit Christusfigur aus Blech, ebenso I.N.R.I. Tafel und Überdachung aus Blech.

 

Geschichte

Vermutlich wurde das Kreuz um 1900 errichtet. Der Errichtungsgrund ist unbekannt.

Im Frühjahr 1938 wurde das Kreuz von Hr. Josef Stadler und Hr. Mantler aus Engelmannsbrunn erneuert, da das alte Kreuz schon morsch war. Eingeweiht wurde das Kreuz von Kaplan Diembauer aus Kirchberg. Dieses Holzkreuz wurde bereits von der Familie Mantler Josef aus Engelmannsbrunn erneuert  und wird von dieser auch weiterhin betreut. 

Bezeichnung: "Bei der eisern Bruck"   Typ: Holzkreuz, Dachkreuz
Standort: Kreuzung der Straße von Engelmannsbrunn nach Gösing, Fels und Gr. Riedenthal  WGS84: 15,85245 / 48,45998   Flurname: 1. Hammer
Parzelle: 766   Material: Holz und Blech, Blechschnittkreuz

30 - Weinberg-Kreuz, 1697

Fels, Weinberg-Kreuz
Fels, Weinberg-Kreuz

Beschreibung

Betonsockel mit einem auf einer Eisenschiene angeschraubten Holzkreuz mit gusseisernem Christus.

Inschrift am Sockel: "Grüß Gott beim Weinbergkreuz  1972"

Geschichte

In einem Grundbuch der Herrschaft Thürnthal aus dem Jahre 1697 ist dort die Bezeichnung "Beim Creuz" zu lesen. In der Theresianischen Fassion 1751 steht "Beym hölzernen Creuz oder Rothermel", "Bey dem Thirnthaller Creüz". Um diese Zeit war rund um das Kreuz die Viehweide, Gemeindeweide "auf der Haid" und wurde 1786 an die Untertanen zur Beurbarung abgegeben. In den 30er Jahren um 1934 bis 1936 ging ein paar mal eine Bittprozession zu Floriani mit der Thürnthaler Feuerwehr und einem Vorbeter (Wagensonnerer Josef aus Thürnthal) zum Kreuz. Nach der Prozession gab es eine Feuerwehrübung.

Bis 1972 stand an dieser Stelle ein hölzernes Kreuz mit einer Christusfigur aus Blech, durch Witterungseinflüsse leider in sehr schlechtem Zustand. Weil damals bei der Bemalung dieser Christusfigur das Antlitz nicht gelungen war, sagte man im Volksmund "Beim schiachen Herrgott".

Hr. Wagner Josef aus Fels errichtete 1972 das neue Kreuz und ließ es mit der Inschrift und Bezeichnung "Weinbergkreuz" versehen, obwohl es ca. 250 Jahre hindurch bei der Bevölkerung als "Beim holzernen Creuz", "Beim Herrgott", oder "Beim Schiachen Herrgott" bekannt war.

Bezeichnung: Weinberg-Kreuz, früher "Beim Schiachen Herrgott"
Typ: Holzkreuz
Standort: Wegkreuzung Floß in Richtung Engelmannsbrunn, von Thürnthal in die Ried Schaflerberg  WGS84: 15,84491 / 48,45498
Flurname: 2. Hammer  Parzelle: 438  Material: Holz und Beton

31 - Kellergasse-Marterl, 1708

Thürnthal, Kellergasse-Marterl
Thürnthal, Kellergasse-Marterl

 

Beschreibung

Das alte Marterl war ein Ziegelbau, errichtet mit Ziegeln aus dem herrschaftlichen Ziegelofen zu Thürnthal. Bei der Restaurierung im Jahre 1993 durch Hr. Jahodinsky Franz stürzte das fast 250 Jahre alte Marterl um. An derselben Stelle wurde das neue Marterl errichtet.

Geschichte

Bei einer Grenzbeschreibung (Passauische-München) vom Jahre 1708 steht " Beim Dürnthaller Creuz". Im Jahre 1773 in der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet. Im Grundbuch der Herrschaft Thürnthal um 1800 als "Weißes Kreuz" erwähnt.

Nach mündlicher Überlieferung soll es ein Pestkreuz sein. Die Voraussetzungen dafür wie, außerhalb der Ortschaft, Wegkreuzung und Gemeindegrenze, sind gegeben.

Bis ca. 1823 war die alte Kremserstraße Hauptverkehrsweg nach Krems und Langenlois. Im Flurnamenbuch von Ing. Franz Mann steht auch "Polakenweg" (der Weg auf dem 1683 die Polen zum Entsatz Wiens heranzogen). Auf dieser alten Kremserstraße verkehrte im Jahre 1783 am 5. und 20. jeden Monats ein Postwagen "Diligencen" (Geschwindkutsche) nach Langenlois und Zwettl; ferner eine Reitpost "Journalieren" (schnelle Briefpost) jeden Mittwoch abends nach Krems.

Zur Zeit der Errichtung  dieses Marterls hieß der Graben noch "Haltergraben", weil der "Halter" (Viehirte) das Vieh durch diesen Graben auf die Weide trieb. Später wurde der Graben auch "Ziegelgraben" oder auch "Ziegelofengraben" nach dem dort bestehenden Ziegelofen genannt. Im herrschaftlichen Ziegelofen von Thürnthal wurden im Jahre 1718 schon 76.250 Stück Ziegel hergestellt.

Bezeichnung: Keine  Typ: Tabernakelbildstock  Standort: Auf einer Böschung in der Kellergasse, Kreuzung-Kellergasse in Richtung Schaflerberg mit der alten Kremserstraße  WGS84: 15,84485 / 48,44250 Flurname: An der Kremserstraße  Parzelle: 153/2  Material: Mauerwerk

32 - Parkstrasse-Marterl, 1664

Fels, Parkstrasse-Marterl
Fels, Parkstrasse-Marterl

Beschreibung

Das Marterl steht am ehemaligen "Thürnthaler Kirchweg", heute Parkstraße, und ist in der Josephinischen Landesaufnahme von 1773 eingezeichnet.

Das Marterl ist ein gemauerter Tabernakelbildstock. Das Tabernakel ist nach zwei Seiten offen. Auf dem Marterl befindet sich ein "Päpstliches Kreuz" (Eisenkreuz mit drei Querbalken).

Am Marterl befindet sich eine Holztafel mit folgendem Spruch:

Wo gehst du hin, Du Wandersmann ?
Bleib hier ein wenig stehn
Und schau mich an, was ich getan !
Dann wirst du mich verstehen.
Vergiß, o Christ,
die armen Seelen im Fegefeuer nicht !

Geschichte

Im "Verbeschaidbuch" des Archives Grafenegg im H.H. St. Archiv in Wien, findet man folgendes:

Martersailln Verwilligung Felß

... den 22. Juny 1664 Wierdt dem Johann Neymayer zu Felß zwischen Felß und Dirntal nahent alda auf sein gethanes Glüb ein Martersaillen auf zurichten erlaubt. ...

Das Marterl wurde im Jahre 1978  von den Bewohnern der Parkstraße renoviert und wird seither gepflegt. Ein ähnliches Marterl steht beim Mitterweg, in der Nähe des Transformators.

Bezeichnung: Parkstrasse-Marterl, früher "Beim weißen Kreuz"
Typ: Tabernakelbildstock, gemauerter Bildstock
Standort: Parkstraße/Wassergraben  WGS84: 15,83944 / 48,43636
Flurname: An der Ochsenstraße  Parzelle: 3419/2  Material: Mauerwerk

33 - Heilige Dreifaltigkeit-Säule, 1720

Fels, Heilige Dreifaltigkeit
Fels, Heilige Dreifaltigkeit

Beschreibung

Auf einem quadratischen mit Wappen versehenen Postament eine Rundsäule, obenauf eine Figurengruppe, Marienkrönung mit Hl. Dreifaltigkeit. Die Dreifaltigkeitssäule stellt eine sehr interessante Darstellung der Krönung Mariens dar.

Im Dehio lesen wir: "Mariensäule, südwestlich des Schlosses, Figurengruppe Marienkrönung mit Hl. Dreifaltigkeit auf hoher Säule mit Volutenkapitel, wappengeschmücktes Postament, 1. Hälfte des 18. Jh."

Geschichte

Graf Enkevoirt war vom Jahre 1698 bis 1738, und später seine Frau bis zum Jahre 1753 Besitzer der Herrschaft Thürnthal. Vermutlich wurde die Dreifaltigkeitssäule um 1720 unter Pfarrer Lorenz Rackinger errichtet, da am Sockel die Allianzwappen (Ehewappen) von Wenzl Adrian Wilhelm Graf Enkeovirt und Gemahlin Maria Josepha geb. Gräfin Weissenwolf angebracht sind.

Die Säule steht am westlichen Ende des Ortes, Weggabelung alter Weg nach Kollersdorf-Fels, und zugleich der Gemeindegrenze zu Fels.

Diesen Weg nach Fels nannte man früher den "Kirchweg" von Thürnthal nach Fels.

Ein möglicher Errichtungsgrund könnte die Bitte um Abwendung der Pest gewesen sein, da die Hl. Dreifaltigkeit die höchste abwehrende Macht darstellt und daher ein beliebtes Motiv bei Pestsäulen ist (lat. Trinität, Trinitas = Dreieinigkeit).

1773 in der Josephinischen Landesaufnahme, 1787 in der Josephinischen Fassion sowie 1823 bei der Franziszeischen Fassion eingezeichnet und erwähnt. In der Josephinischen Fassion 1787 steht bei Ried "Ortsplatz": "Fanget sich an beym Herrschaftlichen Schloß und endiget bey der Hl. Dreifaltigkeits-Säule."

Bei Bittgängen ging man früher am 25. April, am Markustag nach Thürnthal. Dies könnte von einem alten Brauchtum abgeleitet sein.

Am Markustag 25. April wurden die Gemeindegrenzhügel durch einen frischen Erdaufwurf in Erinnerung gebracht. Später wurden Grenzsteine gesetzt.

Ungefähr 8 Meter neben der Dreifaltigkeitssäule stand bis 1968 ein großer Grenzstein der zugleich der Thürnthaler Diebstein war. Der Diebstein war jene Stelle wo die Übergabe der "Malefizpersonen" stattfand, die Mord, Raub, Brandlegung, oder Notzucht begangen hatten, und an das Landgericht übergeben wurden. In der Felser Grenzbeschreibung von 1787 steht bei Stein Nr. 32 "Ein Hauptstein, und der Thürnthaler Diebstein, bei dem weissen Kreuz".

Bis zum Jahre 1968 stand rund um die Dreifaltigkeitssäule ein Holzhaus (Familie Kolar, später Steininger Herbert). Beim Abbruch des Hauses und Beiseiteschaffens des Schutts verschwand auch der Diebstein.

Unter Bürgermeister Ing. Josef Grill wurde die Dreifaltigkeitssäule im September 1976 durch die Firma Beacco aus Hollabrunn  restauriert. 

Bezeichnung: Hl. Dreifaltigkeit-Säule  Typ: Statue, Hochsäule  Standort: Parkstraße (Thürnthal) WGS84: 15,84477 / 48,43614 Flurname: Ortsraum  Parzelle: 779  Material: Zogelsdorfer Kalk-Sandstein

34 - Kapelle-Thürnthal, 1924

Thürnthal, Kapelle
Thürnthal, Kapelle

Beschreibung

Im Dehio 1990, Seite 1178 finden wir über die Kapelle folgendes:
"Schlichter neugotischer Bau 2. Hälfte des 19.Jh. Vorgebauter N-Turm mit Glockenhelm."

Geschichte

Am Standplatz der heutigen Ortskapelle war um die Jahrhundertwende ein Teich. Dieser wurde später zugeschüttet, drei Linden gepflanzt und ein hölzerner Glockenturm errichtet. Die Glocke dieses Glockenturmes mit 50 cm Durchmesser und 63 kg schwer wurde ebenso wie die Felser Glocken im I. Weltkrieg am 4. August 1917 für militärische Zwecke eingezogen und 4 Kronen pro kg. bezahlt. Im Jahre 1924 wurde die Kapelle unter Mithilfe der Ortsbevölkerung errichtet. Die Kosten des Kapellenbaues wurden im Wege einer Sammlung aufgebracht.

Gebaut wurde die Kapelle von Maurermeister Hermann Pickl (Senior) aus Fels. Im Turm soll ein Behälter mit Aufzeichnungen über die Errichtung aufbewahrt sein. Die neue Glocke aus Bronze ist von der Firma Krupp aus Berndorf, hat eine Höhe von 50 cm und einen Durchmesser von 42 cm und trägt die Jahreszahl 1924.

Auf der Glocke sind zwei Darstellungen zu sehen: Die Hl. Maria mit dem Jesuskind am Arm; Jesus stehend, die linke Hand nach einen auf dem Boden sitzenden Soldaten ausgestreckt, dieser hält die rechte Hand Jesus entgegen. Zur Linken des Soldaten liegt ein Gewehr.

Am 29. Juni 1924 wurde die Kapelle dem Hl. Petrus geweiht. Es wurde daher auch am Sonntag nach Peter und Paul (29.Juni) immer Kirtag (Kirchweihfest) in Thürnthal gefeiert.

Im Pfarrgedenkbuch von Fels steht folgendes:

Die Gefertigten verpflichten sich und für ihre Nachkommen die von ihnen zu Thürnthal errichtete Kapelle (Ortskapelle) jederzeit in guten Zustand zu erhalten
Überacker Karl-            Haus Nr. 4
Oswald Johann -           Haus Nr. 7
Wagensonnerer Josef-  Haus Nr. 11
Steininger Josef -         Haus Nr. 14
Diry Johann                  Haus Nr. 15
Planner Anton              Haus Nr. 16
Loicht Ignatz-              Haus Nr. 23
Diry Johann -               Haus Nr. 24
Leuthner Franz -          Haus Nr. 25
Steininger Josef-          Haus Nr. 26

Pfarramt Fels am Wagram  am 22.Juni 1924 
Franz Zeibert Pfarrer.

Im Jahre 1934 wurde die Kapelle renoviert.

Bei einem Bombenangriff am 11.12.1944 wurde die Kapelle und der Glockenturm stark beschädigt.

Bezeichnung: Ortskapelle von Thürnthal  Typ: Kapelle  
Standort: In der Mitte des Ortes  WGS84: 15,84703 / 48,43641 Flurname: Ortsraum  Parzelle: 779  Material: Mauerwerk

35 - Pestgrube-Marterl, 1670

Thürnthal, Pestgrube-Marterl
Thürnthal, Pestgrube-Marterl

Geschichte

Dieses Marterl  ist bereits in der Josephinischen-Landesaufnahme (Karte) von 1773 eingetragen.

Damals stand es an der Weggabelung Mallon-Engelmannsbrunn (jetzt "Teichweg") und außerhalb der Ortschaft.

Beim Graben des Auffangbeckens um 1924 wurde das alte Marterl entfernt, und am Rande der Grube neu errichtet. Die beim Ausheben der Grube vorgefundenen menschlichen Gebeine wurden nach Angaben eines Zeitzeugen an Ort und Stelle wieder eingegraben. Dies lässt den Schluss zu, dass es sich hier um ein Massengrab aus der Pestzeit handelt.

In der Pfarrkirche Engabrunn, einer früheren Wallfahrtskirche die dem Hl. Sebastian geweiht ist, hängt in der Sakristei ein großes Votivgemälde (Weihegemälde, Gelübdegemälde ca. 1,20 x 1,70 m) aus der Pestzeit von Thürnthal, als Dank für gewährte Hilfe. Auf diesem Gemälde sind die Pestheiligen, der Hl. Sebastian, der Hl. Rochus, und die Hl. Rosalia dargestellt. Am unteren Rand des Bildes ist die folgende Inschrift angebracht: 

GOTT DEM ALLMECHTIGEN DENEN h.h: SEBASTIANO, ROCHO, ROSALIA ZUR ZEIT GRASSIERENDER PEST VERLOBT DIE GEMAIN ZU DIERENTHALL  A.o. 1670

Dies lässt auf ein gestiftetes Bild des Schloßherrn in Thürnthal (um diese Zeit Freiherr Christoph Dietrich von Schallenberg) oder der Gemeinde Thürnthal schließen, die sich 1670 in höchster Pestnot nach Engabrunn verlobt hat.

Wenn sich ein bedrückter Mensch an ein bestimmtes Heiligtum "verspricht, verlobt" oder "verliebt", wie in barocken Zeugnissen Gelöbnisse bezeichnet werden, so stehen dahinter unbewusst, ganz bestimmte innere Aufträge, die unter allen Umständen auszuführen sind, um Unheil jeder Art abzuwenden.

Bezeichnung: Marterl beim Teich  Typ: Tabernakelbildstock  
Standort: Teichweg WGS84: 15,84860 / 48,43609 Flurname: Ortsraum  
Parzelle:
 779  Material: Mauerwerk

36 - Pöschl-Kreuz, 1923

Thürnthal, Pöschl-Kreuz
Thürnthal, Pöschl-Kreuz

Beschreibung

Ein auf einen Betonsockel  angeschraubtes Holzkreuz mit Christusfigur aus Blech. Die Tafel mit der Inschrift I.N.R.I. und die Überdachung besteht ebenfalls aus Blech.

Geschichte

Errichtet um 1923 von Hr. Heiß Anton aus Mallon. Im Rahmen einer kleinen Andacht mit anschließender Bewirtung im Keller des Hr. Heiß Anton wurde dieses Holzkreuz von Pfarrer Karl Rasberger aus Kirchberg am Wagram 1923 eingeweiht.

An dieser Stelle ist eine noch heute vorhandene Wasserquelle. Schon damals rasteten an dieser Stelle gerne die durchziehenden Handwerksburschen und Bettler. Damit diese Menschen an diesem Ort auch ein Gebet sprechen konnten, errichtete Herr Heiß Anton dieses Kreuz.

Bezeichnung: Pöschl-Kreuz  Typ: Holzkreuz, Dachkreuz
Standort: An der Straße von Thürnthal nach Engelmannsbrunn  WGS84: 15,85667 / 48,43793 
Flurname: Am Wagram  Parzelle: 774  
Material: Holz und Blech, Blechschnittkreuz