Autospritze für die Feuerwehr Gösing 1925

Die Feuerwehr Gösing erwarb im Februar 1925 eine Autospritze der Firma Knaust zum Preis von 125 Millionen Kronen. Die geprüften Fahrer waren Herr Anton Seegr, Tischlermeister, und Johann Jamöck, Hauerssohn, Gösing Nr. 38. Die Einweihung erfolgte am Ostermontag den 13. April 1925 nach der Messe in Gösing.

Die Schulchronik berichtet über den Ankauf der Motorspritze:

"14.2.1925 - Fortschritt auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens. Am oben erwähnten Tage traf in Gösing die von der Firma Knaust-Wien gelieferte Autospritze mit einem 3/14 PS starken "Perlmotor" mit Hochdruck-Kreisel-Pumpe ein. Leider hatten unsere Jünger des Florians gleich am selben Tage Pech in der Weise, daß durch unsachgemäße Behandlung (Ölmangel) ein Pleuellager des Antriebsmotors in Stücke ging, welches Gebrechen aber durch einen sofort aus der Fabrik entsandten Monteur behoben wurde. Nun wirft die Maschine ihre gewaltigen Wassermassen in befriedigender Weise und Verläßlichkeit. ..."[FN1]

Feuerwehr Gösing, Werbung der Firma Knaust

Die Statistik des NÖ Landes-Feuerwehrverbandes vom Jänner 1926, zum Vergleich in Klammern die Zahlen vom Jänner 1924, zeigt die Ausrüstung der Feuerwehren [FN2]:

Feuerwehren: 1562 (1492)
Dampfspritzen: 91 (84)
Elektrospritzen: 3 (0)
Autospritzen: 94 (49)
bespannbare Motorspritzen: 225 (142)
Handdruckspritzen vierrädig: 1939 (1908)
Handdruckspritzen zweirädrig: 1225 (516)

Der Anteil der Feuerwehren mit Autospritzen, zu denen nun die Feuerwehr Gösing gehörte, war klein. So waren 1925 nur drei Prozent der Wehren in Niederösterreich mit Autospritzen ausgerüstet. Die Feuerwehr Gösing war also damals sehr modern ausgestattet, vor allem wenn man weiß, dass die Feuerwehr Krems zur selben Zeit ebenfalls eine Autospritze der Firma Knaust benutzte.

Quellen: [FN1] Schulchronik Gösing; Pfarrchronik Gösing. [FN2] Mitteilungen des NÖ Landes-Feuerwehrverbandes, 1927, Nr. 3, Seite 6.

Feuerwehr Gösing, Modell einer Autospritze der Firma Rosenberger 1926

Automobilfabrik Perl A.G. Wien

Die "Automobilfabrik Perl A.G." in Wien-Liesing erzeugte ab 1923 Kleinautos mit 3/14 PS Motor (vierzylindrig-wassergekühlt) und hatte damals auch Verkaufsstellen in England und Jugoslawien wie ein Plakat aus dieser Zeit zeigt. Kurz nach Kriegsende 1945 wurde auch eine Werkstatt in Wien-Auhof eröffnet. Es wurden Autobusse erzeugt. Ein historischer Autobus aus dieser Zeit ist noch erhalten und fahrtüchtig via "omnibusmusem.at" zu mieten.