Hiata Hütte in Fels am Wagram

Vor der Renovierung

An der Strasse entlang der Lößwände des Wagrams von Thürnthal nach Fels befinden sich Weinkeller. Zwischen diesen Kellern liegt auch eine Hütte für die Weingartenhüter die um 1920 erbaut wurde.

Sie diente aber nicht nur als Quartier für die Weingartenhüter. Vom Jahre 1934 bis 1937 wohnte die Familie Leopold und Josefa Paschinger mit ihren zwei Kindern Robert und Katharina in dieser Hütte.

Den Hüter, auch "Hiata" genannt, gibt es schon lange nicht mehr. Die unbenutzte Hütte des Hüters ("Hiata Hittn") verfiel im Laufe der Jahre.

Herr Rudolf Paradeiser, Weingartenhüter im Jahre 1954, und Herr Josef Hofstetter fanden, dass es hoch an der Zeit war die Hütte zu renovieren. Gemeinsam mit anderen Felsern wurde die Idee geboren am 17. September 2000 bei der Hiata Hütte eine traditionelle Hüterangelobung zu veranstalten. Im Anschluss an diese Darbietung erbrachte eine Sammlung bei den Zuschauern die Summe von 2.000 Schilling.

Dies war das Startkapital für die Renovierung.

Renovierung

Durch private Initiative wurde die Hütte nun renoviert. Herr Josef Hofstetter und Herr Rudolf Paradeiser schlugen den alten Verputz ab. Herr Vollmann und Herr Leuthner führten die Maurerarbeiten durch. Herr "Bertl" Breyer fertigte einen soliden Fenster- und Türstock und tischlerte die stilgerechte Tür.

Fels, Hiata Hüttn bei der Renovierung [Foto: Archiv Leuthner]

Nachdem der alte Mörtel abgeschlagen war wurde die Fassade neu angeworfen.

Herr Vollmann ist hier bei der Arbeit zu sehen.

Fels, Herr Vollmann am 9. Mai 2002 bei der Renovierung [Foto: Archiv Leuthner]

Nach der Renovierung

Die renovierte Hütte in Fels am Wagram ist nun wieder schön anzusehen.
Der Weingartenhüter hätte seine Freude darin zu wohnen - wenns noch einen gäbe.
Die Hütte erfreut aber nun nicht nur unser Auge sondern ist auch für Radler und Wanderer eine kleine Rast Wert.

Juni 2002, Hiata Hüttn in neuem Glanz [Foto: Archiv Leuthner]

Zufrieden sitzen alle Beteiligten am Tisch vor der Hiata Hütte am Wagram und geniessen den Blick auf das Tullner Feld und das Alpenvorland.

Juli 2002, Das Team - v.l.n.r.: Josef Hofstetter, Anton Vollmann, Ludwig Leuthner, Rudolf Paradeiser und Bertl Breyer

Hüterangelobung

Programm der 1. Traditionellen Hüterangelobung in Fels
am 17. September 2000

  • Musik 
  • Begrüßung durch GR Christine Lukaschek
    Erklärung des Grundes für die traditionelle Angelobung
    Aufnahme der Angelobung als ausbaufähigen Fixpunkt in die zukünftigen Weinherbstprogramme
    Vorstellen Herrn Ludwig Leuthners als Initiator. 
  • Erklärung und Verlesung der Hütertradition durch Herrn Leuthner.
    Übergabe des Wortes an den Herrn Bürgermeister Franz Sauerstingl. 
  • Versuch des Bürgermeisters mit der Angelobung zu beginnen.
    Der Versuch wird abgeblasen, da die Hüter nicht eingetroffen sind.
    Der Bürgermeister bittet die Hauerkapelle die Wartezeit durch ein Musikstück zu verkürzen = Stichwort für Heribert Hödl. 
  • Dramatisches Erscheinen der Hüter Robert Beyer und Gerhard Müller auf dem Pferdewagen Heribert Hödls.
    Hüter steigen - offensichtlich betrunken - schwerfällig vom Wagen. 
  • Bürgermeister zeigt sein Mißfallen über deren Zustand und beginnt mit der Angelobung. 
  • Die Hüter verlesen abwechselnd den Text ihres Eides und begleiten ihn mit schauspielerischen Darbietungen.
    Dann besiegeln sie ihr Versprechen, indem sie dem Bürgermeister die Hand darauf geben. 
  • Kaum angelobt, ertappen sie die Traubendiebe Johanna Weese, die unter den Zuschauern steht und Franz Stierschneider, den die Hüter bereits während der Angelobung durch den Weingarten schleichen sahen und der nun einen dezenten Fluchtversuch unternimmt.
    Sie durchsuchen die beiden und verlangen dann die obligate Geldbuße, die sie sich in ihre Hüte zahlen lassen, welche sie anschliessend in der Hand behalten. 
  • GR Lukaschek äußert die Hoffnung, dass die Hüter ihre Aufgabe trotz ihrer offensichtlichen Trinksucht gut meistern werden und apelliert dann an das Mitgefühl der Zuschauer wegen des erbärmlichen Zustandes ihrer Unterkunft.
    Sie lädt zu Brot und Wein ein und bittet um eine Spende für die Renovierung der Hiata Hütte. 
  • Absammeln der Spenden durch die Hüter, während die Hauerkapelle wieder zu spielen beginnt.