KUFE.G4V.INFO - Kultur in Fels am Wagram > Home > Fels - Kirche - Innenraum

Pfarrkirche Fels - Innenraum

Umbau und Vergrößerung der Kirche in Fels

Da die Kirche baufällig war, wurde Architekt Dipl. Ing. Dr. Hans Petermair aus Wien 1955 mit der Planung und der Durchführung des Planes für einen Umbau der Kirche beauftragt. Am 6. August 1962 begannen die Abbrucharbeiten an der Kirche. Die Grundsteinlegung für die neue Kirche war am 25.8.1963. Baumeister Hermann Pickl aus Fels schaffte es mit seiner Belegschaft von ungefähr 35 Personen, dass am 25.7.1965 die Einweihung der neuen Kirche durch Erzbischof Dr. Jachym stattfinden konnte.

Innenraum der neuen Kirche von 1965

Das südliche Seitenschiff der alten Kirche wurde erhalten und es entstand daraus zwischen Turm und gotischem Hauptaltar ein fast quadratisches Hauptschiff.

Im Turm der Kirche befinden sich fünf Glocken wovon die "Stetteldorferin" aus 1811 stammt. Die anderen vier Glocken waren im Krieg eingeschmolzen worden und wurden am 31.10.1948 durch vier neue ersetzt. Unter dem Turm, in der Turmhalle, erhielten sich die letzten Reste des frühbarocken Deckenstucks. Hier befindet sich auch das restaurierte Grabmahl des Pfarrers Gottfried Hartmann der 1665 den frühbarocken Umbau der Kirche durchgeführt hatte. Seitlich des Turmes schließt eine geräumige Vorhalle an, mit dem verbreiterten alten Haupteingang und einem ebenso großen neuen Tor auf der Südseite.

Betritt man das Hauptschiff, so steht man unter der Empore die von runden Betonsäulen getragen wird. Darauf befindet sich die Orgel, fertig gestellt am 15. Juni 1985 von Friedrich Heftner aus Krems.

Am Ostende der neuen Kirchennordwand führt eine große Eingangsöffnung zur Taufkapelle, die durch ein schön verglastes Rundfenster wirkungsvoll beleuchtet wird. Der renovierte alte Taufstein aus dem 17. Jahrhundert steht in der Raummitte. An der nördlichen Stirnwand der Kapelle ist das Bild mit dem Heiligen Petrus angebracht, das von einem der beiden Seitenaltäre aus der alten Kirche stammt. Auf Konsolen stehen neben diesem Bild die Barockstatuen des Hl. Ignatius und Hl. Franz Xaver. An der Wand gegenüber dem Rundfenster hängen zwei Ölgemälde mit Darstellungen des Hl. Wendelin und des Hl. Johannes Nepomuk.

Der linke Sakramentaltar ist der wiederhergestellte spätbarocke Hochaltar der alten Kirche, und enthält den Tabernakel mit einer getriebenen Tabernakeltür mit dem Lamm Gottes vom akademischen Bildhauer Viktor Hammer. Das Altarbild stammt von 1782, und stellt die "Glorie der Hl. Margaretha" dar.

Die reich und schön verzierte barocke Kanzel stammt aus der alten Kirche. Sie wurde laut Kirchenrechnung im Jahr 1768 errichtet. Die Vorderseite des Kanzelkorbes ziert ein vergoldetes Relief, dass die Predigt des Heiligen Petrus vor einer Volksmenge zeigt.

Ein mächtiger Spitzbogen aus Betonmauerwerk stellt die Öffnung zum Hauptaltar her. Der einfache Opferaltar besteht aus Herrschenberger Granit, der steinerne Fußboden aus norwegischen Quarzitplatten.

Bronzene Wandleuchter und ein roter Damastvorhang unterhalb der Fenster bilden den Abschluss des gotischen Chors.

Zum besonderen Schmuck gehören die fünf farbigen Fenster, entworfen vom akademischen Maler Franz Deed. Beim Mittelfenster mit der Inschrift "CHRISTUS REX" in der Hauptfarbe rot sind die Darstellungen der Geheimen Offenbarung des Evangelisten Johannes entnommen.

In den vier seitlichen Fenstern sind die 4 Herrschaftsbereiche des Reiches Christi figürlich und symbolisch dargestellt. Die zwei Fenster auf der linken Seite zeigen den Heiligen Johannes (REGNUM VERITATIS ET VITAE) und Maria (REGNUM SANCTITATIS ET GRATIAE). Die Fenster rechts zeigen den Friedensengel (REGNUM PACIS) und den Heiligen Josef (REGNUM IUSTITIAE ET AMORIS).

Vom spitzbogigen Triumphbogen aus Stahlbeton über dem Altar hängt an eisernen Ketten ein Holzkruzifix mit einem Corpus aus dem 17. Jahrhundert.

Der rechte Seitenaltar wurde aus den am besten erhaltenen Teilen der beiden architektonisch gleichen barocken Nebenaltäre aus der alten Kirche wieder hergestellt und an der Stirnwand des Seitenschiffs aufgestellt. Das Muttergottesbild zeigt Maria mit dem Jesukind. Zwei Barockstatuen des Hl. Florian und der Hl. Donatus ergänzen den Altar.

Dem Altar gegenüber, an der rückwärtigen Schmalseite des Seitenschiffs, befindet sich der in die Wand eingebaute dreiteilige Beichtstuhl.

Die Seitenwände der Kirche sind mit barocken Bilder geschmückt, die die Stationen des Kreuzwegs darstellen.

Das Kirchenschiff hat eine Lärchenholzdecke in Segmentbogenform aus verleimten Balken und Brettern zwischen Stahlbetonrahmen. Die Kirchenbänke und alle Türen im Kirchenraum sind aus afrikanischer Eiche, der Fußboden besteht aus Terrazzoplatten. Der Kirchenraum fasst insgesamt 710 Personen.

Quelle: Hans Petermair (1965), Die Felser Pfarrkirche zur Hl. Margaretha