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Kriegerdenkmal-Einweihung 1921

Gösing Kriegerdenkmal
Gösing, Kriegerdenkmal

Am 26. Mai 1921 wurde in Gösing das Kriegerdenkmal im Andenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus Gösing und Stettenhof eingeweiht.

Die Land-Zeitung vom 16.6.1921, Folge 24 berichtet über die Enthüllung des Kriegerdenkmales in Gösing am Wagram folgendes:

"Am 26. v. fand hier die feierliche Enthüllung und Weihe des von der Firma Miller-Krems gelieferten herrlichen Kriegerdenkmales statt. Das auf einem mächtigen Bruchstein ruhende massige Denkmal trägt die in drei Marmortafeln eingegrabenen 40 Namen der toten Helden der Gemeinden Gösing und Stettenhof. Fürwahr eine erschreckende Zahl!

Überspreitet von den Fittichen eines erzenen trauernden Adlers steht das Monument an würdigem Platze hart an der Ortsstraße zwischen Kirche und Friedhof.

Begünstigt vom herrlichen Wetter, gestaltet sich die Enthüllung zu einer erhebenden Feier, zu der die Gemeindevertretung, der Ortschulrat, die Feuerwehr, sowie eine große Anzahl schwarz und weiß gekleideter Mädchen und die in geschlossenem Zuge marschierenden Heimkehrer nebst vielen Trauer- und Festgästen erschienen waren.

Den Ehrenzug stellt in entgegenkommender Weise das Inf. Reg. Nr. 6 (Krems). Diese in Marschadjustierung mit Sturmhelm ausgerückte, wohldisziplinierte und stramm arbeitende Truppe schoß die Ehrensalven und trug viel zur Verschönerung des Festes bei.

Nach der Enthüllungs- und Bethezeremonie richtete Herr Pfarrer P. Hermann Aufmesser an die trauernden Angehörigen warme zu Herzen gehende Trostesworte, Herr Privatier Franz Alt hielt die zündende Festrede, Herr Leopold Bayer sprach im Namen der Heimkehrer und forderte den schwer invaliden letzten Heimkehrer aus russischer Gefangenschaft, Herrn Karl Holzer auf, den Kranz der Kameraden an dem Denkmal niederzulegen.

Nach dem feierlichen Libera, vorgetragen vom Kirchenchore und dem Musikverein Gösing, endete die schöne Feier mit einem strammen Vorbeimarsche der Körperschaften am Denkmal.

Das nachmittägige im Gasthof Bauers abgehaltene Gartenkonzert mit Weinschank, Naschbuden usw. vereinte Einheimische und Festgäste bis in die sinkende Nacht und brachte dem Denkmalfonde erheblichen Gewinn.

Möge nun unser Denkmal lange erhalten bleiben und zeugen von der Pflichterfüllung und dem Heldentode jener Braven, die in gutem Glauben für das in Trümmer gefallene Reich gefallen sind!"