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Veteranenverein Erzherzog Franz Ferdinand

Das Deutsche Volksblatt vom 21. August 1900 berichtet auf Seite 16 über das Kaiserfest:
"In Fels am Wagram machten sich um das Kaiserfest verdient die Herren: Pfarrer Franz X. Lindner, Bürgermerster Leopold Regelsberger mit seinen Vertretern. Veteranenobmann Franz Ehrentraud, Feuerwehrhauptmann N. Schober, Schützenkommandant Ignaz Steininger. Sehr schön war die Beleuchtung des Pfarrhofes und des Hauses des Bindermeisters Franz Dechant. Das Hochamt fand unter Mitwirkung des Kirchenvaters Alois Handschuh statt. Die junge und doch gut geübte Musikkapelle des Herrn Josef Wagensommerer hat sich bei der Feier wacker gehalten."

Das Illustrierte Wiener Extrablatt vom 30. November 1903 berichet auf Seite 9
über die Protectorats-Übernahme: "Erzherzog Franz Ferdinand hat das Protectorat über den Veteranenverein für Fels am Wagram und Umgebung übernommen."

Fahnenweihe von 1905

In Fels fand am Sonntag den 11. Juni 1905 die Fahnenweihe des Veteranenvereins "Erzherzog Franz Ferdinand" statt. Im Garten des Schlosses Fels war der Altar für die Feldmesse und die Fahnenweihe errichtet worden. Gräfin Stainach, hatte in Vertretung von Fürstin Sophie Hohenberg die Aufgabe der Fahnenpatin übernommen. Bei dem Festakt waren 33 Vereine mit 935 Mitgliedern, 21 Fahnen und 5 Musikkapellen vertreten.
Am Mittwoch den 14. Juni besuchte der Bezirkshauptmann Felix Graf Stainach mit seinen Töchtern Marianne und Hilda die Schule in Fels.
Das Feuerwerk zur Fahnenweihe, das wegen Regenwetters am 11. Juni nicht hatte stattfinden können, wurde am Sonntag den 18. Juni von Herrn Karl Schober durchgeführt.

Die Österreichische Landzeitung vom 11. März 1905 kündigt auf Seite 5 die Veranstaltung an:

"Fels. Veteranenverein. Am 11. Juni begeht der Veteranenverein Fels und Umgebung seine Fahnenweihe. Der Verein hat bekanntlich den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand zum Protektor. Die Fahnenpatinstelle hat dessen Gemahlin, die Fürstin Sophie Hohenberg übernommen. Als Stellvertreterin wird bei der Fahnenweihe die Gräfin Steinach, die Gemahlin des Bezirkshauptmannes von Tulln, Grafen Steinach fungieren."

Fels, Fahnenweihe im Schloss Fels von 1905 - Fahnenpatin Gräfin Stainach und Bezirkshauptmann Max Graf Stainach.
Fels, Fahnenweihe im Schloss Fels von 1905 - Fahnenpatin Gräfin Stainach und Bezirkshauptmann Max Graf Stainach. [Foto: Archiv Leuthner]

Die Österreichische Landzeitung vom 1. Juli 1905 berichtet auf Seite 5 ausführlich über das Ereignis:

"Fels. Fahnenweihe. In Fels fand am 11. Juni die Fahnenweihe des Veteranenvereins "Erzherzog Franz Ferdinand" statt. 33 Vereine waren mit 935 Mitgliedern, 21 Fahnen und 5 Musikkapellen vertreten. Am Vorabend war Fackelzug, am Festtage um 4 Uhr früh Tagreveille, dann Frühgottesdienst und Empfang der Gäste. Die Fahnenpatin-Stellvertreterin Frau Gräfin Fanni Steinach aus Tulln hatte im Pfarrhofe Absteigequartier genommen, von wo selbe vom Vereine, den Ehrendamen Fräulein Angela Brumiller und Fräulein Marie Wimmer und 60 weißgekleideten Festjungfrauen abgeholt und von der Gemeindevertretung begrüßt wurde. Der Zug, dem sich Graf Stainach, die Komtessen Marianne und Hilda Stainach, Baron Josef Gudenus, Major Kober, die Geistlichkeiten, Korpskommandant Seiler, Obmann Karl Ziernich u.v.A. anreihten, ging in den Schlossgarten, wo ein wunderbarer Altar errichtet war. Hier zelebrierte hochw. Herr Professor Franz Engel aus Wien die Feldmesse, worauf Dechant Franz Weigl, Pfarrer in Etsdorf, die Weihe der Vereinsfahne vornahm. Herr Pfarrer Lindner hielt die Festrede. Nach einer Ansprache des Kommandanten Weichberger wurde die Fahne dem Fahnenträger Herrn Franz Kreitner übergeben. Die Fahnenbänder der Fahnenpatin Fürstin Sophie Hohenberg und der Frauen und Jungfrauen von Fels ernteten allgemeine Bewunderung. Nachmittags sollte Konzert und Tanzkränzchen sein, leider aber machte das kalte Regenwetter dieses Vorhaben zu Wasser. Beides fand Sonntag den 18. Juni statt, wobei Herr Karl Schober für sein Feuerwerk reichen Beifall erntete. Obmann Alois Dirry brachte auf Herrn Schober ein dreimaliges Hoch aus. Ferner dankte er der Gemeindevertretung, der Feuerwehr, den Frauen und Jungfrauen von Fels und ließ sie dreimal hoch leben. Pfarrer Lindner gab seiner Freude Ausdruck und brachte je ein Hoch auf den Protektor und den Kaiser aus.
Die Vereinsleitung spricht hiermit den Herrn Dechanten Franz Weigl, Pfarrer Lindner, Professor Engel, Josef Mantler (Brunn i. Felde), Karl Eisler (Thürnthal), Michael Steirer, Franz Pachl jun., Franz Dechant, Josef Lager, sowie Allen, welche in ein oder anderer Weise zum Gelingen des Festes beigetragen haben, den besten Dank aus. Alois Dirry, Obmann."

Ehrenmitglieder des Veteranenvereins Fels

Folgende Personen wurden zu Ehrenmitgliedern des Militär-Veteranen-Vereins Fels am Wagram ernannt:

28. Oktober 1900 - Franz Xaver Lindner, Pfarrer in Fels.
28. Oktober 1900 - Dr. Franz Dantone, Gemeindearzt in Fels.
3. Dezember 1900 - Josef, Reichsfreiherr von Gudenus, Landmarschall von Niederösterreich, Geheimer Rath, Kämmerer und Gutsbesitzer.
15. August 1901 - Herr Franz Gmeiner, Wirtschaftsbesitzer aus Ottenthal, gest. 23. Oktober 1904.
5. Juni 1902 - Herr Franz Zirnich, Bürger von Wien, gest. 13. August 1907.
3. Dezember 1903 - Herr Johann Schober, Wirtschaftsbesitzer und Bürgermeister von Fels.
3. Dezember 1903 - Herr Ferdinand Weicherer,  Obmann Stellvertreter des Mil. Vet. Vereins F. M. Erzherzog Albrecht in Wien.
3. Dezember 1903 - Herr Johann Ratzka, Rechnungsführer des Mil. Vet. Vereins F. M. Erzherzog Albrecht in Wien.
26. März 1905 - Herr Felix Graf Stainach, Ritter des Franz-Josef-Ordens, des päpstlichen Gregor-Ordens, Ehrenbürger der Stadt Eggenburg, Stadt Drosendorf & Weitersfeld, K. K. Bezirkshauptmann von Tulln.
26. März 1905 - Herr Johann Papez, K. K. Postunterbeamter in Wien, Schriftführer des Mil. Vet. Vereins F. M. Erzherzog Albrecht in Wien.
12. Jänner 1908 - Pater Bernhard Müller, Stiftspriester in Göttweig, Ehrenbürger von Gösing am Wagram.
8. September 1908 - Herr Eduard Hunal, Lehrer in Fels.

Quelle: Gedenkbuch der Ehrenmitglieder des Militär-Veteranen-Vereins Fels am Wagram