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Zeittafel Thürnthal

Thürnthal gilt als eine der ältesten Ortschaften im Viertel unter dem Manhartsberg (VUMB).

Der Ortsname kommt vom ahd. durri, mhd. dürre, dürr - ein ausgetrocknetes Lößtal im dürren Tal.

Die Geschichte von Thürnthal können wir bis ins XII. Jahrhundert zurückverfolgen. In dem Saalbuch des Stiftes Klosterneuburg (Fra. II/4, Nr. 546) findet man am Ende des XII. Jhd. einen "Henricus de Durrintal" unter den Zeugen, die eine Schenkung des "Alberonsi de Veltce" an den Marienaltar zu Neuburg (Klosterneuburg) bestätigen.

1168/77 Erste urkundliche Erwähnungen im Zusammenhang mit dem Namen "Heinricus de Durrintal" (Fra. II/4, Nr. 546).

Weitere Quellen erwähnen Thürnthal in den folgenden Jahren:

1230 Durrental - "Item de Durrental 1 metr. tritici, 1 siliginis, 1 ordei, 1 avena et ½ tal". (Maidh. Pass. Urb. II., S. 114) - Zehenten in der Altpfarrei Kirchberg am Wagram.

1261, 26. März, Dürrenthal - Meingotus von Radelberg erneuert ein schon früher für den Fall seines Ablebens dem Gotteshause Herzogenburg gewidmetes Vermächtnis eines Gutes in Dürrenthal, Zeuge ein "Chunradus von Dyrental" (St. H.A-H.n. 45-Stift Herzogenburg)

1288, 28. Oktober, Turrental - Erwähnung eines Zeugen "Dominus Chunradus de Turrental" (Fra. II/21, S. 46)

1308, 1. Jänner, Tuerrental - Verkauf: "daz do leit datz Tuerrental und umb der und vierzig phunt wienner pfennig" (OÖUB IV., S. 538).

1351, 17. März, Durrental - Schiedsspruch: "die umb Durrental ligent pei dem Wagrein" (OÖUB. VII., S. 238).

1359 eine Überflutung verwüstet die Landschaft.

1400 - 1409 Durenthal - Stift Säusenstein in "Dorffel und Durenthal" der halbe Wein und Getreidezehent (Bl. f. L.K. 1876. S. 149).

1530 Dürntal - "Item vom Haus zu Dürntal 32 d. Dienst, item Wein und Traidtzehat" (NÖLA-St. Pölten H.S. 425, 442).

Im Gültbuch der Herrschaft Thürnthal scheinen als Besitzer in diesen Jahren auf:
1412 Leopold I. von Starhemberg, durch Kauf von Frau Dorothea von Capell,

1463 Mörth Dürnthaler,

1543 Caspar von Schallenberg,

1560 Martin Tscherte,

1561 Hansen von Zintzendorf, durch Kauf von Martin Tscherte,

1564 nachgelassene Wittfrau Barbara von Zintzendorf; die "Veste Diernthall" geht dann am 26. März 1567 an Richard Strein, von diesem im April 1578 an Freiherrn Anton von Puchheim ("Veste Thiernthall"), und am 19. April 1581 an Raymund Straub den Älteren über.

1590 26 Häuser sind im Bestand der Herrschaft Thürnthal. Das Schloß ist Zufluchtsort bei Feindesgefahr für die Ortschaften: Engelmannsbrunn, Mallon, Dörfl und Gigging.

1597 Thürnthal wird im Bauernkrieg von den "Schwarzen Reitern" des Oberst Wenzel Morakschy am 1. März ausgeplündert und niedergebrannt.

1607 Freiherr Hans Andrä von Stadl kauft die Herrschaft Thürnthal.

1620 Die Herrschaft "Rebellen Guetl" ist zum Verkauf ausgeschrieben.
        ...ist alles in grundt undt poden abgebranndt, und ein Jammer anzusehen...
Heinrich Matthias Thurn, Führer der protestantischen Stände Böhmens, verwüstete im Jahre 1619 das Viertel unter dem Manhartsberg mit den verbündeten Ungarn (Kosaken). Feldherr Graf Thurn schlug in Hadersdorf sein Hauptquartier auf. Seine Truppen hausten in Grafenegg, Hadersdorf, Gobelsburg, Straß, Kammern und vermutlich auch in Thürnthal.

1668 Die neben dem Schloß gelegenen Wirtschaftsgebäude des Maierhofes sind niedergebrannt.

1670 Die Gemeinde Thürnthal stiftet der Pfarrkirche Engabrunn ein Votivbild des Heiligen Sebastian.

1682 Herrschaftsbesitzer Johann Baptist Edler von Gariboldi baut die 1678 abgebrannte Feuersbrunner Lieb-Frauen-Kirche aus seinem Eigenvermögen wieder auf.

1690 Feuersbrunst im Schloß Thürnthal; acht Tage davor ist Scheune und Maierhof durch Brandstiftung abgebrannt.

1698 Wenzl Adrian Wilhem Graf von Enkevoirt kauft das Schloß. Er baut das Schloß Thürnthal in den Jahren 1713-25 "in angenehmen Style" um. Die Parkmauer und die Dreifaltigkeitssäule werden errichtet.

Erstellt von Ludwig Leuthner.

Thürnthal
Schloß Thürnthal, Zeichnung von Georg M. Vischer

1708 Dorf mit 14 Häusern.

1739 Den 10. März 1739 zwischen 9 und 10 Uhr Vormittag "Unter einen Sturm-Windt erbärmlich verursachet", dabei sind in Fels 95 Häuser und in Thürnthal 8 Häuser abgebrannt, der halbe Ort.

1751 Thürnthal hat 17 Häuser. Der Herrschaftsbesitz umfasst 178 Joch Äcker, 69 Tagwerk Wiesen, 53 Viertel Weingärten, 2 Tagwerk Gärten sowie 80 Joch Au, die sogenannte Fuxberger Au. Diese lag zwischen Achtelgraben und Langentalgraben und den Geleisen der heutigen Franz-Josefs-Bahn.

1760 Maria Catharina von Stettner kauft am 27. Februar die Herrschaft Thürnthal von Wenzel Adrian Edlen von Retzer um 52.000 Gulden.

1780 In der Militärische Landesaufnahme findet man unter Dürenthall: "Ist ein kleines geringes Dorf, hat ein solides Schloss und Wirtschaftsgebäude, liegt am Abhang und am Fuß des Berges oder der Lehne von welcher es dominieret wird, und bestreichet die Plaine (Fläche) gegen die Donau."

1785 Die Schulkinder von Thürnthal werden zu der Trivialschule nach Fels eingeschult.

1786 Laut der Josefinischen Fassion gibt es 23 Häuser.

1795 Das Dorf Thürnthal zählt 23 Häuser, mit 33 Familien davon 70 männliche und 79 weibliche Personen. Eigentümer der Herrschaft ist Stanislaus von Stettner. Untertänige Ortschaften sind: Thürnthal, Bierbaum und Stettenhof. Weiters gibt es noch in 19 Ortschaften Untertanen und in 45 Ortschaften Grundholde, eine Mühle zu Walkersdorf sowie einen Ziegelofen in Thürnthal.

1796 Die Herrschaftstaverne (heute Parkstraße 4) wird am 27. Februar an Christoph Ringelhan um 900 Gulden verkauft.

1808 Gründung der Österreichischen Landwehr:
1. Kompanie - Ortschaften westlich von Grafenwörth und Feuersbrunn, Sammelort war Grafenegg.
2. Kompanie - bis zur Linie Gr. Riedenthal-Altenwörth, unter dem Kommando des Rentmeisters von Thürnthal. Sammelort ist das Brachfeld zwischen Thürnthal und Kollersdorf.

1834 Thürnthal hat 23 erdgeschossige Häuser, mit Schindeln gedeckt. Weiters 600 herrschaftliche und 50 der Gemeinde gehörende Schafe.

1849 Konstituierung der Ortsgemeinden. Mit Erlaß vom 2. April 1849 wurde Thürnthal, Fläche 4,90 km², 201 Einwohner und 24 Häuser, in die Ortsgemeinde Fels eingemeindet, Schule und Pfarre waren schon vorher in Fels. Der letzte Dorfrichter (Bürgermeister) war Joseph Birgmayr.

1867 Thürnthal hat 175 Einwohner.

1868 Herr Josef Bächle kauft die Herrschaft Thürnthal.

1869 Herr Berthold Stadler kauft die Herrschaft.

Thürnthal, Dorfplatz mit Teich
Thürnthal, Dorfplatz mit Teich

1870 Die Herrschaft Thürnthal wird von einer Aktiengesellschaft in eine Zuckerfabrik umgewandelt.

1871 Die Zuckerfabrik in Thürnthal wird vom Hr. Prälaten Stöger am 1. März eingeweiht.

1874 Die Zuckerfabrik wird geschlossen und die Adaptierungsbauten werden demoliert.

1876 Die Herrschaft wird am 13. Juni an die Prager Maschinenbau-A.G. verkauft.

1881 Carl und Emma Eisler kaufen am 18. Jänner die Herrschaft Thürnthal.

1884 Eine Kukuruz-Stärke-Fabrik wird errichtet.

1910 Dr. Guido Bunzl kauft die Herrschaft von der Familie Eisler. Am 29. Mai wird die neue Feuerspritze eingeweiht.

1917 Die Glocke mit 63 kg auf dem hölzernen Glockenturm wird für militärische Zwecke eingezogen; die Gemeinde bekommt dafür 4 Kronen pro Kg.

1924 Der Ort besteht aus 32 Häuser und 235 Einwohner. Mit Unterstützung der Ortsbevölkerung und Geld aus einer Sammlung wird die Kapelle vom Maurermeister Hermann Pickl erbaut und am 29. Juni eingeweiht. Die neue Glocke ist von der Fa. Krupp aus Berndorf.

1930 Dr. Bunzl verkauft das Gut (Landwirtschaft) an die Kaffeegesellschaft Frank in Linz. Das Schloß und der Park bleiben in seinem Besitz.

1934 Laut Volkszählung vom 22. März hat Thürnthal 36 Häuser, 220 Einwohner, 15 Pferde, 107 Rinder, 47 Ziegen, 6 Schafe, 143 Schweine, 737 Hühner und 27 Bienenstöcke.

Schloß Thürnthal
Schloß Thürnthal, kolorierte Postkarte

1938 Dr. Bunzl wird enteignet. Der Bürgermeister von Fels, Karl Mayer, verwaltet das Schloß und den Park kommissarisch.

1943 Im Schloß wird ein Kunstgut-Bergungsort eingerichtet.

1944 Bombenangriff auf Thürnthal am 11. Dezember. Bilanz: 3 Tote und 4 zerbombte Häuser von Lutzmayer, Oswald, Korn und Schnabel.

1950 Restitution des Schlosses an Frau Emma Barber geb. Bunzl. Diese verkauft es an die Firma "Kultura" Landwirtschaftliche Gesellschaft in Linz.

1975 Herr Helmuth Schick und Herr Johann Trunner kaufen das Gut und das Schloß Thürnthal.

1984 Herr Erwin Stauber erwirbt am 30. August den Besitz.

1998 Herr Mag. D.I. Gerhard Zehethofer kauft am 14. Mai das Schloß Thürnthal von Herrn Erwin Stauber.

Anmerkung: In der Wikipedia findet man auch die Geschichte zum Schloss Thürnthal

Thürnthal im August 2009. Bild: KFK H. Pistracher